Ultraschall Med
DOI: 10.1055/a-1187-1215
Case Report

Morbus Whipple – eine Herausforderung für die Abdomensonografie

Whipple’s disease – a challenge for ultrasound
Tobias Ungewitter
Department of Internal Medicine, St. Marien- und St. Anna Foundation Hospital, Ludwigshafen, Germany
,
Claus-Peter Trimborn
Department of Internal Medicine, St. Marien- und St. Anna Foundation Hospital, Ludwigshafen, Germany
,
Jörg Hoffmann
Department of Internal Medicine, St. Marien- und St. Anna Foundation Hospital, Ludwigshafen, Germany
› Institutsangaben

Einführung

Morbus Whipple ist eine seltene, unbehandelt letal verlaufende Infektion mit dem Erreger Tropheryma whipplei. Klinisch sollte an die Erkrankung gedacht werden, wenn entweder die Trias Arthritis (i. d. R. seronegativ), Diarrhö und Gewichtsverlust vorliegt und/oder eine kulturnegative Endokarditis, Blicklähmungen und/oder Myoklonien bestehen [Hagel S et al. S2k-Leitlinie Gastrointestinale Infektionen und Morbus Whipple, Z. Gastroenterol 2015; 53: 418–459]. Die Diagnosestellung erfolgt im Rahmen einer Biopsie der duodenalen Mukosa mit histologischem Nachweis von PAS-positiven Makrophagen. Bereits in den 1980er- und 1990er-Jahren wurden sonografische Merkmale für einen Morbus Whipple in Fallberichten beschrieben, insbesondere große abdominelle Lymphknoten mit betonter Hyperechogenität [Graham PM. J. Clin Ultrasound 1983; 11: 388–390], eine verdickte Dünndarmwand (Albano O et al. J Clin Ultrasound 1984; 12: 286–288] sowie eine Kombination aus beiden Befunden [Bruggemann A et al. Surg Endosc 1992; 6: 138–140]. Hollerweger und Dietrich prägten 2005 den Begriff des „white bowel“ auch an Patienten mit Morbus Whipple [Hollerweger A, Dietrich CF. Ultraschall in Med 2005; 26: 127–133].

Wir berichten den Fall einer 70-jährigen Patientin mit zunächst echoarmen, im Verlauf dann echoreichen abdominellen Lymphknoten sowie echoreicher Darmwandverdickung.



Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
06. August 2020 (online)

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