Aktuelle Dermatologie 2020; 46(08/09): 396
DOI: 10.1055/a-1181-0070
Leserbrief

Stellungnahme der Autorinnen des Artikels „Einfluss oraler Kollagen-Peptide auf die Hautqualität am ganzen Körper“, Akt Dermatol 2020, 46: 87–93, zum Leserbrief von Prof. Peter Elsner

M. Streker

In unserer Veröffentlichung in Akt Dermatol 2020, 46: 87 – 93 wurde erstmals der Einfluss von oralen Kollagen-Peptiden auf unterschiedliche Areale des menschlichen Körpers evaluiert; für diese Fragestellung ist das gewählte Prüfdesign geeignet.

Die Rationale hierfür ergibt sich aus mehreren Publikationen mit dem genannten Prüfprodukt, darunter randomisierte, placebo-kontrollierte Blindstudien, die nach positivem Ethikvotum durchgeführt und beim DRKS registriert wurden [1] [2] [3]. Auch weitere Arbeiten haben den Einfluss von oral supplementierten spezifischen Kollagen-Peptiden dokumentiert (Übersicht unter [4]). Unsere Untersuchung bestätigt die bereits erhobenen Daten und erweitert sie um den Aspekt der Effekte auf den ganzen Körper, der gerade in der dermatologischen Praxis eine hohe Relevanz besitzt. Alle biophysikalischen Untersuchungsparameter zur Objektivierung der Hautqualität wurden zudem mit validierten, reproduzierbaren, nicht invasiven Messmethoden unter standardisierten Bedingungen (Temperatur 20 – 22 Grad Celsius bei Luftfeuchtigkeit %) erhoben. Eine offene, kontrollierte Untersuchung erschien uns vor diesem Hintergrund ausreichend. Die Intention der Studie wurde eindeutig benannt:

„Ferner sind in den vergangenen 10 Jahren Kollagen-Peptide in den Fokus der Forschung gerückt. Studien zeigen, dass oral supplementierte Kollagen-Peptide der Hautalterung im Gesicht entgegenwirken. In einer 12-wöchigen Studie wurden die Effekte einer kollagen-peptidhaltigen Trinkkur auf die Hautqualität erstmals am gesamten Körper evaluiert.“

In der vorliegenden Arbeit haben wir die Effekte an 25 Probanden eines definierten Alters über einen Untersuchungszeitraum von 12 Wochen 4 Mal mittels validierten, biophysikalischen Messmethoden unter standardisierten Bedingungen untersucht. Die Probanden wurden angehalten, weder ihr Hautpflegeregime noch ihre Freizeitgewohnheiten sowie sportlichen Aktivitäten zu verändern, und haben dies in einem Tagebuch dokumentiert, sodass wir einen Einfluss diesbezüglich nahezu ausschließen können. Die Untersuchungen wurden sämtlich in den Wintermonaten durchgeführt, sodass eine UV-induzierte Veränderung hautphysiologischer Parameter nicht relevant war.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Zustimmung einer Ethikkommission für Studien mit Arzneimitteln (§§ 40,42 AMG) und Medizinprodukten (§§ 20,22 MPG) notwendig ist. Das vorliegende Prüfprodukt ist weder Arzneimittel noch Medizinprodukt, sondern wurde im Rahmen einer kosmetikwissenschaftlichen Fragestellung untersucht. Unabhängig davon wurden die Untersuchungen selbstverständlich gemäß der Verordnung zur Guten Klinischen Praxis (good clinical practice, GCP) durchgeführt.



Publication History

Article published online:
20 August 2020

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