Gesundheitswesen 2020; 82(06): 497-500
DOI: 10.1055/a-1165-1878
Kurzmitteilung/Kasuistik

Mitarbeiterinfektionsschutz in Zeiten der Coronavirus-Pandemie: Die akute Implementierung von telemedizinischen Mitarbeiterkonferenzen „von Null auf Hundert“

Protecting Medical Professionals from Infection During the Coronavirus Pandemic: Overnight Implementation of Virtual Medical Boards
1  Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Universitätsmedizin Mainz, Mainz
,
Anna-Franziska Lenz
1  Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Universitätsmedizin Mainz, Mainz
,
Jan Goedeke
1  Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Universitätsmedizin Mainz, Mainz
,
Oliver J. Muensterer
1  Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Universitätsmedizin Mainz, Mainz
› Institutsangaben

Zusammenfassung

Ziel der Studie Die geltenden verschärften Hygieneempfehlungen des Robert-Koch-Instituts zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus mit Versammlungsverbot und Mindestabstand sind im innerklinischen Alltag nicht umsetzbar. Zur Minimierung von persönlichen Kontakten wurden die internen Arztkonferenzen auf ein Videokonferenzformat umgestellt.

Methodik Innerhalb 24 Stunden wurde unter Anschaffung von Standard-Webcams, Auswahl eines lizenzierten Videoanbieters und Ausnutzen der bereits vorhandenen technischen Geräte die allgemeine Hygienerichtlinie für unsere Mitarbeiter umgesetzt. Häufige Fehlerquellen im Rahmen der Videokonferenz wurden protokolliert und technische Lösungen erarbeitet.

Ergebnisse Die Videokonferenz ermöglichte die adäquate Patientenversorgung und Aufrechterhaltung der gewohnten organisatorischen Abläufe. In 4 Wochen konnten 956 persönliche Kontakte vermieden werden. Die meisten Fehler traten im Rahmen der ersten Teilnahme einer Person oder Erstanmeldung eines Gerätes auf. Die häufigsten Fehler betrafen die Tonqualität und konnten umgangen werden, indem nur an der Diskussion beteiligte Teilnehmer ihr Mikrofon für die Sprechdauer aktivierten.

Schlussfolgerung Mitarbeiterkonferenzen im Videoformat können mit geringem personellem und technischem Aufwand etabliert werden, um der Ausbreitung des Coronavirus unter medizinischem Personal entgegenzuwirken.

Abstract

Background For medical professionals in hospitals, it is nearly impossible to abide by the rules of social distancing to prevent coronavirus transmission. In order to avoid unnecessary contact between medical staff, virtual medical boards were implemented.

Methods Technical requirements for virtual boards were established overnight. Standard web cams and one license for a licensed provider of virtual boards were acquired. Most of the other technical gear required was readily available. Frequent and typical errors during the virtual boards were recorded and analyzed.

Results Virtual boards provided the means for adequate patient care in spite of social distancing among the medical staff. Over a period of 4 weeks, 956 face-to-face contacts were avoided. Most errors occurred during first-time participation and concerned audio transmission. By muting the microphone of inactive participants, most of these errors could be avoided.

Conclusions Virtual boards for medical staff can be implemented with minimal effort und standard technical gear to slow down the transmission of coronavirus among medical professionals in the hospital setting.



Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
15. Mai 2020 (online)

© Georg Thieme Verlag KG
Stuttgart · New York