Laryngorhinootologie 2020; 99(06): 356-364
DOI: 10.1055/a-1164-9696
Leitlinien und Empfehlungen

Positionspapier: Empfehlungen zur Behandlung der chronischen Rhinosinusitis während der COVID-19-Pandemie im deutschen Gesundheitssystem – Empfehlungen des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (AeDA) und der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie (DGHNO-KHC) – Diese Empfehlungen basieren auf dem EAACI Positionspapier „Treatment of chronic RhinoSinusitis with nasal polyps (CRSwNP) in the COVID-19 pandemics – An EAACI Position Paper”, Allergy, 2020 und wurden auf die Situation im deutschen Gesundheitswesen angepasst

L. Klimek
1  Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, Präsident des AeDA
,
S. Becker
2  Hals-Nasen-Ohrenklinik und Poliklinik, Universitätsklinik Tübingen
,
R. Buhl
3  III. Medizinische Klinik, Universitätsmedizin Mainz
,
A. M. Chaker
4  Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, TU München
,
T. Huppertz
5  Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsmedizin Mainz
,
T. K. Hoffmann
6  Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf-Hals-Chirurgie, Universitätsklinikum Ulm
,
S. Dazert
7  Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Ruhr-Universität Bochum, St.-Elisabeth-Hospital
,
T. Deitmer
8  Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Bonn
,
U. Förster-Ruhrmann
9  Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Berlin
,
H. Olze
9  Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Berlin
,
J. Hagemann
5  Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsmedizin Mainz
,
S. K. Plontke
10  Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, Universitätsmedizin Halle
,
H. Wrede
11  Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, Herford
,
W. Schlenter
12  Ärzteverband Deutscher Allergologen, Dreieich
,
H. J. Welkoborsky
13  Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Klinikum Hannover
,
B. Wollenberg
4  Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, TU München
,
A. G. Beule
14  Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Münster
,
C. Rudack
14  Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Münster
,
S. Strieth
15  Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Bonn
,
R. Mösges
16  CRI-Clinical Research International Ltd., Hamburg
,
C. Bachert
17  Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Gent, Belgien
,
T. Stöver
18  Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Frankfurt/M.
,
C. Matthias
5  Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsmedizin Mainz
,
A. Dietz
19  Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Leipzig, Präsident der DGHNO, KHC
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Zusammenfassung

Hintergrund Von der chronischen Rhinosinusitis (CRS) sind weltweit etwa 5–12 % der Allgemeinbevölkerung betroffen. Die CRS gilt als chronische Atemwegserkrankung, die nach den Empfehlungen der WHO ein Risikofaktor für COVID-19-Patienten sein kann. Die entzündlichen Veränderungen der Nasenschleimhäute bei chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP) sind in den meisten Fällen vom Entzündungsendotyp 2 (T2).

Methoden Der aktuelle Wissensstand sowohl zu COVID-19 als auch zu den Behandlungsmöglichkeiten von CRSwNP wurde durch eine Literaturrecherche in Medline, Pubmed, internationalen Leitlinien, der Cochrane Library und im Internet analysiert.

Ergebnisse Auf Grundlage der internationalen Literatur, der aktuellen Empfehlungen der WHO und anderer internationaler Organisationen sowie der bisherigen Erfahrungen gab ein Expertengremium von EAACI und ARIA Empfehlungen für die Behandlung von CRSwNP während der COVID-19-Pandemien.

Schlussfolgerung Intranasale Kortikosteroide stellen die Standardbehandlung für CRS bei Patienten mit einer SARS-CoV-2-Infektion dar. Chirurgische Behandlungen sollten auf ein Minimum reduziert werden und nur bei Patienten mit lokalen Komplikationen und solchen, für die keine anderen Behandlungsmöglichkeiten bestehen, durchgeführt werden. Systemische Kortikosteroide sollten bei COVID-19-Patienten vermieden werden. Die Behandlung mit Biologika kann bei nicht infizierten Patienten unter sorgfältiger Überwachung fortgesetzt werden und sollte während einer SARS-CoV-2-Infektion vorübergehend unterbrochen werden.



Publication History

Publication Date:
08 May 2020 (online)

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Stuttgart · New York