Pädiatrie up2date 2021; 16(01): 59-74
DOI: 10.1055/a-1154-5428
Atemwegsinfektionen

Der schwierige Atemweg beim Kind

Christoph Eberius
,
Christoph Schramm
,
Andreas Walther

Die Atemwegsicherung beim Kind gelingt in den meisten Fällen problemlos. Führen jedoch Analgosedierung oder Narkoseeinleitung in Einzelfällen zu Oxygenierungsschwierigkeiten, so können die Folgen für das Kind desaströs sein. Für die alltägliche Praxis präsentiert dieser Beitrag einfach umsetzbare Maßnahmen, um Schwierigkeiten der Atemwegsicherung bei Kindern frühzeitig zu erkennen, zu beherrschen oder im besten Fall gänzlich zu vermeiden.

Kernaussagen
  • Der unerwartet schwierige Atemweg beim Kind präsentiert sich vorwiegend als schwierige Maskenbeatmung, kaum als schwierige Intubation.

  • Die Therapie des unerwartet schwierigen Atemwegs erfolgt entsprechend einem einfachen Algorithmus zunächst über die Korrektur anatomischer, dann funktioneller Atemwegobstruktionen.

  • Mit der prophylaktischen Umsetzung der im Algorithmus Schwierige Maskenbeatmung enthaltenen Maßnahmen lassen sich unerwartete Oxygenierungsprobleme weitgehend vermeiden.

  • Anders als beim Erwachsenen ist bis zum Schulalter der invasive Zugang zur Trachea mittels Nadelpunktion oder Tracheotomie im Notfall wenig erfolgversprechend.

  • Der erwartet schwierige Atemweg beruht auf nicht unmittelbar korrigierbaren Atemwegshindernissen und ist im Vorfeld nahezu immer erkennbar.

  • Die Beherrschung des erwartet schwierigen Atemwegs erfordert neben einem erfahrenen Team verschiedene institutionelle Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen. Gegebenenfalls muss das Kind in ein entsprechendes Zentrum verlegt werden.

  • Bei der schwierigen Intubation stellt die fiberoptische Intubation den Goldstandard dar, gleichwohl ist die Videolaryngoskopie ein wichtiges und unverzichtbares Hilfsmittel.



Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
05. März 2021 (online)

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