Nuklearmedizin 2020; 59(02): e1-e4
DOI: 10.1055/a-1147-6722
Guidelines
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Coronavirus SARS-CoV-2: Empfehlungen für die nuklearmedizinische Versorgung in nuklearmedizinischen Kliniken/Abteilungen mit Therapiestation und Praxen, Instituten sowie Ordinationen

Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN e. V.) und Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner (BDN e. V.), in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Nuklearmedizin und Molekulare Bildgebung (OGNMB)
Bernd Joachim Krause
1  Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsmedizin Rostock
,
Peter Bartenstein
2  Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Ludwig-Maximilians-Universität München
,
Lutz Stefan Freudenberg
3  ZRN Rheinland und ZRN MVZ GmbH, Korschenbroich
,
Ken Herrmann
4  Klinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Essen
,
Götz Jonas
5  Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e. V., Göttingen
,
Markus Luster
6  Klinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Marburg
,
Detlef Moka
7  Zentrum für Nuklearmedizin und Molekulare Bildgebung, Essen
,
Wolfgang Schäfer
8  Klinik für Nuklearmedizin, Kliniken Maria Hilf GmbH, Mönchengladbach
,
Sarah Marie Schwarzenböck
1  Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsmedizin Rostock
,
Philipp Tobias Meyer
9  Klinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Freiburg
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
02 April 2020 (online)

Einleitung

Die Coronavirus- bzw. SARS-CoV-2-Pandemie stellt für die medizinische Versorgung eine außerordentliche globale Herausforderung dar. Die Nuklearmedizin ist eine medizinische Disziplin, die neben einem relevanten elektiven Anteil an Diagnostik und Therapie auch in besonderer Weise dringliche bzw. lebenswichtige Untersuchungen und Behandlungen für Patienten[*] in der Gesundheitsversorgung abbildet. Aufgrund des relevanten wechselseitigen Infektionsrisikos zwischen medizinischem Personal und Patienten sind während der Pandemie dringliche Untersuchungen und Behandlungen gegenüber weniger zeitkritischer elektiver Diagnostik und Therapie zu priorisieren. Hierbei sind neben dem Progressions- und Mortalitätsrisiko der Grunderkrankung auch weitere Faktoren zu berücksichtigen (z. B. Nebenwirkungsprofil einer aufschiebenden konservativen Therapie, individuelles Risiko eines Patienten hinsichtlich einer SARS-Cov-2-Infektion bzw. COVID-19, wie z. B. Alter, Komorbidität, Verlassen der häuslichen Isolation, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel etc.).

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die nuklearmedizinischen Einrichtungen durch die Vorgaben des Strahlenschutzgesetzes (Abstand, bauliche Berücksichtigung, Strahlenschutzaspekte für Therapiestationen, Vorgaben bzgl. Handschuhen usw.) und teilweise installierte GMP-Bereiche bereits jetzt eine Reihe von SARS-CoV-2-Maßnahmen in der täglichen Arbeit sehr gut abbilden, was dem Schutz der nuklearmedizinisch behandelten Patienten sowie dem Personal zugutekommt.