Gastroenterologie up2date 2020; 16(03): 221-233
DOI: 10.1055/a-1129-2608
Leber/Galle/Pankreas

Diagnostik und Therapie des hepatozellulären Karzinoms

Nada Abedin
,
Jörg Trojan

Primäre Tumorerkrankungen der Leber nehmen kontinuierlich zu, die häufigste Form ist das hepatozelluläre Karzinom. Überwiegend betroffen sind Männer mit einer viral, metabolisch und/oder durch Alkohol bedingten Leberzirrhose. In den letzten Jahren haben sich stadienabhängig viele verschiedene Therapiemodalitäten etabliert, die im Rahmen einer interdisziplinären Betreuung eingesetzt werden können. Dieser Beitrag gibt einen aktuellen Überblick.

Kernaussagen
  • Das hepatozelluläre Karzinom ist eine häufige Komplikation der Leberzirrhose und ist mit einer hohen Mortalität assoziiert.

  • Die Zahl der Patienten, die ein HCC auf dem Boden einer NASH entwickeln, steigt zunehmend. Die sonografische Früherkennung soll allen Patienten mit Leberzirrhose angeboten werden.

  • Die Schweregradeinteilung und Therapieentscheidung des HCC erfolgt anhand der BCLC-Klassifikation. Wesentlich hierfür sind das Ausbreitungsmuster des HCC und die Leberfunktion des Patienten.

  • Die Therapie jedes Patienten mit HCC sollte interdisziplinär in einer spezialisierten Tumorkonferenz besprochen werden. Potenziell kurativ behandelbare Patienten mit HCC sollten operativ oder ablativ behandelt werden.

  • Intraarterielle Verfahren stellen eine palliative Therapieoption dar, deren Einsatz immer kritisch geprüft werden muss.

  • Zur systemischen Behandlung steht heute eine Vielzahl an gezielten Therapeutika für Patienten mit erhaltener Leberfunktion sowie in Kürze die erste Immuntherapie-Kombination zur Verfügung.



Publication History

Publication Date:
07 September 2020 (online)

© 2020. Thieme. All rights reserved.

Georg Thieme Verlag KG
Stuttgart · New York