Der Nuklearmediziner 2020; 43(02): 154-158
DOI: 10.1055/a-1117-6215
Kopf-Hals-Tumore

Sialoszintigrafie

Sialoscintigraphy
Barbara Schmidt-Kreppel
Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Bonn, Venusberg-Campus 1, Bonn, Germany
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Florian C. Gaertner
Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Bonn, Venusberg-Campus 1, Bonn, Germany
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Markus Essler
Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Bonn, Venusberg-Campus 1, Bonn, Germany
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Zusammenfassung

Eine physiologische Funktion der Speicheldrüsen ist wichtig zum Erhalt der Mundschleimhaut, des Geschmackssinns und der Zahngesundheit. Schädigungen können zu einer verminderten oder gar ausbleibenden Speichelbildung führen, was vielfältige Beschwerden zur Folge haben und nicht zuletzt mit einer Einschränkung der Lebensqualität der Betroffenen einhergehen kann. Mit der Sialoszintigrafie ist eine funktionelle simultane Beurteilung der großen Speicheldrüsen mittels einer einzigen kostengünstigen und nicht invasiven Untersuchung möglich. Klinisch relevant ist auch die Möglichkeit der Quantifizierung; Voraussetzung hierfür ist ein standardisiertes Protokoll bei der Durchführung und Auswertung. Aus den vielfältigen Ursachen, die mit einer subjektiv empfundenen Xerostomie einhergehen können, ergeben sich auch die verschiedenen Einsatzbereiche für eine Sialoszintigrafie. Auch aufgrund der in den letzten Jahren zunehmenden Radionuklidtherapien mit PSMA-Liganden besitzt die Speicheldrüsenszintigrafie weiterhin einen hohen klinischen Stellenwert. In der vorliegenden Arbeit wird ein Überblick gegeben über die Durchführung, die Indikationen und den klinischen Stellenwert dieser Untersuchung.

Abstract

A physiological function of the salivary glands is important for the preservation of the oral mucosa, the sense of taste and dental health. Damage can lead to reduced or even absent salivation, which can result in various complaints and in a reduction of the quality of life. Sialoscintigraphy is an inexpensive and non-invasive examination offering a functional, simultaneous assessment of the large salivary glands. The possibility of quantification is also of clinical relevance; prerequisite for this is a standardized protocol for the implementation and interpretation. The indications for sialoscintigraphy are based on the diverse causes that can be associated with subjectively perceived xerostomia. Furthermore, due to the increasing number of radionuclide therapies with PSMA-ligands in recent years, salivary gland scintigraphy continues to be of great clinical importance. In the present work, we present an overview about the implementation, the indications and the clinical significance of this examination.



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Publication Date:
28 May 2020 (online)

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