Rofo 2020; 192(07): 686-687
DOI: 10.1055/a-1100-0056
The Interesting Case

Die Pylephlebitis als seltene Komplikation der Sigmadivertikulitis: CT-Bildgebung wegweisend für Diagnose und Therapie

Felix Julius Krendl
1  Department of Visceral, Transplant and Thoracic Surgery, Medical University of Innsbruck, Austria
,
Bernhard Glodny
2  Department of Radiology, Medical University of Innsbruck, Austria
,
Christian Margreiter
1  Department of Visceral, Transplant and Thoracic Surgery, Medical University of Innsbruck, Austria
› Author Affiliations

Einleitung

Die Pylephlebitis ist eine infektiös-suppurative Thrombose der Pfortader und/oder ihrer zuführenden Äste, wobei als Ursache hauptsächlich infektiöse intraabdominelle Prozesse infrage kommen. Die Sigmadivertikulitis steht dabei ursächlich an erster Stelle, gefolgt von der Appendizitis, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und der Pankreatitis. Bacteroides fragilis und E. coli zählen dabei zu den häufigsten pathogenen Keimen [Bazan F, Busto M. Pylephlebitis as a Complication of Diverticulitis. New England Journal of Medicine 2015; 373(23): 2270–2270].

Gemäß den S2K-Leitlinien ist die Durchführung eines Schnittbildverfahrens empfohlen, um die Diagnose einer Sigmadivertikulitis zu stellen. Die qualifizierte abdominelle Sonografie ist das Verfahren der Wahl und kann bei diagnostischer Unsicherheit oder komplizierten Verläufen durch die Computertomografie (CT) ergänzt werden [Schreyer AG, Layer G. S2k Guidelines for Diverticular Disease and Diverticulitis: Diagnosis, Classification, and Therapy for the Radiologist. RöFo 2015; 187(8): 676–684].

In gängigen Einteilungen wie der Hansen/Stock oder Hinchey findet die Pylephlebitis als Komplikation keine Abbildung. Ein neueres Klassifikationssystem (Classification of Diverticular Disease – CDD) bildet das klinische und radiologische Bild der Sigmadivertikulitis noch am genauesten mit ab, wenn auch hier die Pylephlebitis wiederum keine dezidierte Erwähnung findet.

Im Gegensatz zu den klassischen Komplikationen der Sigmadivertikulitis stellt die Pylephlebitis eine seltene, aber potenziell gefährliche Komplikation dar. Bleibt sie unerkannt und unbehandelt, können daraus Leberabszesse, Sepsis sowie ausgedehnte splanchnische Venenthrombosen mit konsekutiver portaler Hypertension und Stauungsblutungen resultieren. Eine verlässliche radiologische Diagnose ist daher unerlässlich.



Publication History

Publication Date:
04 February 2020 (online)

© Georg Thieme Verlag KG
Stuttgart · New York