Frauenheilkunde up2date 2020; 14(05): 431-446
DOI: 10.1055/a-1085-5177
Gynäkologische Onkologie

Trophoblastäre Erkrankungen – eine Übersicht

Clemens Tempfer

Gestationsbedingte trophoblastäre Erkrankungen (GTD) bilden eine zytogenetisch und klinisch heterogene Gruppe. Sie sind durch eine Fehldifferenzierung und/oder eine Proliferation des Trophoblastepithels gekennzeichnet. Die Bestimmung von humanem Choriongonadotropin (hCG) im Serum oder Urin ist neben dem histologischen Nachweis der wichtigste Parameter zur Festlegung der Therapie, der Therapiedauer sowie der Nachsorge.

Kernaussagen
  • Gestationsbedingte trophoblastäre Erkrankungen (GTD) umfassen eine zytogenetisch und klinisch heterogene Gruppe von Erkrankungen, die durch eine Fehldifferenzierung und/oder eine Proliferation des Trophoblastepithels gekennzeichnet sind.

  • Die Inzidenz der GTD beträgt 1 – 2/1000 Geburten/Jahr.

  • Die Bestimmung von humanem Choriongonadotropin (hCG) im Serum oder Urin ist neben dem histologischen Nachweis einer GTD der wichtigste Parameter zur Festlegung der Therapie, der Therapiedauer, der Nachsorge und zur Beurteilung des Therapieeffektes.

  • Partialmole, komplette Blasenmole, Chorionkarzinom, invasive Mole, PSTT und ETT sind die wichtigsten Formen der GTD.

  • Die am häufigsten verwendeten Chemotherapieschemata bei GTN sind die MTX- oder AD-Monotherapie und die EMA-CO-Polychemotherapie.

  • Die Wahl der Chemotherapie richtet sich nach dem FIGO-Risikoscore.

  • Die Heilungsraten von GTD mit niedrigem Risiko betragen 50 – 90% nach Erstlinientherapie und nahezu 100% nach Zweitlinien- bzw. Drittlinientherapie.

  • Die Heilungsraten von GTD mit hohem Risiko betragen 75 – 90%.



Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
08. Oktober 2020 (online)

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