Osteologie 2020; 29(01): 87-88
DOI: 10.1055/a-1083-8773
Gesellschaftsnachrichten
Informationen der Arbeitsgemeinschaft Knochentumoren e. V.
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Tagungsbericht Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft Knochentumoren 2019

Further Information

Publication History

Publication Date:
25 February 2020 (online)

Im Herbst 2019 fand die 94. Tagung der AG Knochentumoren traditonsgemäß in München statt. In den Räumlichkeiten des Instituts für Pathologie an der TU München sorgten Prof. Wilko Weichert zusammen mit seinem Team um Frau PD Dr. Katja Specht und Frau PD Dr. Carolin Mogler für eine perfekt organisierte Veranstaltung in sehr angenehmer Atmosphäre.

Vor Beginn der eigentlichen Veranstaltung fand von 15.00 bis 16.00 Uhr die Vorstandssitzung statt, an die sich dann die Präsentation von Ad-hoc-Fällen anschloss (16.00 bis 18.00 Uhr), welche kurzfristig über das Sekretariat der AGKT (sekretariat@agkt.org) angemeldet werden oder spontan zur Sitzung mitgebracht werden können. Sie umfaßt Fälle, die akute diagnostische oder therapeutische Probleme beinhalten, zu denen Expertenmeinungen aus dem Kreis der AGKT (Orthopäden, Pathologen, Radiologen) erwünscht sind.

Vorgestellt wurde der Fall eines 15-jährigen Jungen, der seit Wochen über Schmerzen in der Fußsohle klagte. Radiologisch fanden sich Verkalkungen in den Weichteilen der Fußsohle in der Nähe von MFK4. Initial wurde der Verdacht auf ein Osteosarkom geäußert. Bei nachgewiesener USP6-Translokation und eindeutiger Lage außerhalb des Knochens konnte die Läsion als juxtakortikale Myositis ossificans eingeordnet werden.

Der zweite Fall betraf eine 40-jährige Frau mit seit zwei Monaten bestehenden Kniebeschwerden. Radiologisch fand sich eine Osteolyse (Lodwick II), die als ein maligner, offenbar unterschiedlich schnell gewachsener Tumor angesehen wurde. Differenzialdiagnostisch ergab die Biopsie histologisch den Verdacht auf ein benignes fibröses Histiozytom, eine aneurysmatische Knochenzyste oder einen Riesenzelltumor, wobei die AKZ (keine USP6-Translokation) und der Riesenzelltumor (negativ für H3F3A) ausgeschlossen werden konnten. Im Resektat fanden sich dann Areale, die aus atypischem Fettgewebe bestanden. Zusammen mit den BFH-ähnlichen Befunden und einer mdm2-Amplifikation wurde der Tumor als extrem seltenes intraossäres dedifferenziertes Liposarkom eingeordnet.

Da dieser Teil der Sitzung bereit um 17.00 Uhr beendet war, wurden die Präsentation und Diskussion eines Studienvorschlags zum Thema niedrig maligne intraossäre Osteosarkome vorgezogen, den Prof. Dr. Daniel Baumhoer aus Basel einbrachte.

Um 18 Uhr begannen die wissenschaftlichen Vorträge. Sie umfassten Themen aus der Radiologie und der Pathologie, die neuere Aspekte in der Diagnostik einiger gutartiger Knochenläsionen und neue Techniken in der Bildgebung beleuchteten, welche jeweils anschließend diskutiert wurden. Themen waren

  • Nicht ossifizierendes Knochenfibrom / Benignes fibröses Histiozytom: ein Update (Prof. Dr. med. Daniel Baumhoer, Knochentumor-Referenzzentrum am Institut für Med. Genetik und Pathologie, Universitätsspital Basel)

  • MR-basierte CT-ähnliche Bildgebung und simulierte konventionelle Radiografie (PD Dr. med. Alexandra S. Gersing Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie Klinikum rechts der Isar, TU München)

  • Neue Aspekte zu Riesenzelltumoren des Knochens (Prof. Dr. med. Thomas. Barth, Institut für Pathologie am Universitätsklinikum Ulm)

Am Ende seines Vortrags schlug Prof. Barth die Initiierung einer Verlaufsstudie zu Riesenzelltumoren vor, die mit Denosumab behandelt wurden.

(Die Zusammenfassung der Vorträge ist im Anschluss an den Tagungsbericht auf den Seiten 88–96 zu finden.)