Neonatologie Scan 2020; 09(03): 213-225
DOI: 10.1055/a-1081-7539
CME-Fortbildung

Nabelvenenkatheter in der neonatologischen Intensivbehandlung – Teil 2

Risiken und mögliche Komplikationen
Thomas Hoppen
,
Annika Paulun

Der Nabelvenenkatheter (NVK) bietet dem Neonatologen postnatal bei schwieriger peripherer Venensituation oder bei einem kritisch kranken Früh-/Reifgeborenen mit Volumen- und/oder Katecholaminbedarf grundsätzlich eine rasche Gefäßzugangsmöglichkeit. Nachdem im 1. Teil des Beitrags die Anlage eines NVK dargestellt wurde [1], widmet sich dieser 2. Teil den Risiken und möglichen Komplikationen.

Kernaussagen
  • Der Nabelvenenkatheter ist auch im Jahre 2020 weiterhin ein fester Bestandteil moderner Behandlungsstrategien in der Neonatologie.

  • Komplikationen durch den Katheter, wie Thrombosen und Infektionen, lassen sich u. a. durch eine kurze Liegezeit und engmaschige sonografische Untersuchungen vermindern. Bei Beachtung entsprechender Vorsichtsmaßnahmen kann allerdings auch eine längerfristige Katheterverweildauer in zentraler Position über dieses Gefäß etabliert werden.

  • Für den Notfall im Kreißsaal sollte die „Speed-Focused-NVK-Anlage“ mittels Insertionstechnik mit einer Knopfkanüle [38] [39] oder einem NVK bzw. einer Venenverweilkanüle, bei der diese lediglich peripher in die Nabelvene eingeführt werden, von allen Teammitgliedern in der Neonatologie und Geburtshilfe inkl. Hebammen geübt und beherrscht werden.

  • Bei reifen Neugeborenen besteht die Diskussion, ob eine intraossäre Kanüle eine schnellere und ggf. einfachere Alternative als eine Notfallkanüle in der Nabelvene, zumindest in der Reanimationssituation und für nicht primär neonatologisch tätige Kollegen (z. B. Notärzte), darstellt.

  • Aufgrund der Daten einer aktuellen ESPED-Erhebung wird der i. o.-Zugang in die Leitlinien zur Neugeborenen-CPR 2021 Einzug finden [42].



Publication History

Publication Date:
26 June 2020 (online)

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