Zeitschrift für Ganzheitliche Tiermedizin 2020; 34(01): 15-16
DOI: 10.1055/a-1076-7672
Schwerpunkt
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Begleitende diätetische Maßnahmen bei Giardienbefall

Gisela Bolbecher
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
14. Februar 2020 (online)

Laut zahlreichen Ratgebern und Internetforen für Hunde soll während der Therapie einer Giardieninfektion auf Milchprodukte und kohlenhydratreiches Futter verzichtet werden. Nur warum? Zwar nutzen Giardien Glukose als Energiequelle, sie können aber auch aus anderen Substanzen Energie gewinnen. Der reine Verzicht auf Kohlenhydrate kann ihnen daher erst einmal nichts anhaben. Wie also sieht eine hilfreiche Diät aus?

Take Home

Giardien können die intestinale Mikrobiota nachhaltig schädigen und weitere Erkrankungen nach sich ziehen. Aussagen wie „Seit er Giardien hatte, ist er nicht mehr richtig gesund!“ finden sich in vielen Anamnesegesprächen. Ob das damals gestörte Darmmikrobiom, die eingesetzten Therapeutika oder beides ursächlich verantwortlich ist, soll hier nicht weiter beleuchtet werden. In jedem Fall sollte eine für Hund und Katze individuell zusammengestellte Ernährung Grundlage für alle weiteren therapeutischen Ansätze sein. Bei der Ernährungsberatung stehen die individuelle Verträglichkeit der Futtermittel und die Überprüfung und Anpassung der Ration im Vordergrund. Der Aufbau des Darmmikrobioms unter anderem mit Prä- und Probiotika sollte jede therapeutische Maßnahme begleiten. Eine kohlenhydratarme Ernährung kann das Infektionsrisiko reduzieren.

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