ZWR - Das Deutsche Zahnärzteblatt 2020; 129(06): 262-272
DOI: 10.1055/a-1072-0627
CME-Fortbildung

Frühkindliche Karies – was ist diagnostisch und therapeutisch zu beachten?

Roswitha Heinrich-Weltzien

Den aktuellen epidemiologischen Begleituntersuchungen zur Gruppenprophylaxe aus dem Jahre 2017 zufolge, ist die frühkindliche Karies auch in Deutschland ein ungelöstes Gesundheitsproblem [1]. Vor dem Hintergrund der neuen zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen im System der gesetzlichen Krankenversicherung werden die diagnostischen und therapeutischen Herausforderungen einer präventiv-orientierten Betreuung von Kleinkindern erörtert.

Kernausagen
  • Die frühkindliche Karies ist ein großes Gesundheitsprobleme in der zahnärztlichen Betreuung von Kleinkindern.

  • Aufgrund der Einführung der zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen (FU 1a – 1c) in das System der gesetzlichen Krankenversicherung werden zukünftig mehr jüngere als 1 Jahr alte Kinder in der Zahnarztpraxis vorgestellt.

  • Anamnestisch sind die Hauptrisikofaktoren für das Auftreten der frühkindlichen Karies – zahnschädigende Ernährungsweise, nächtliches Stillen oder Gebrauch einer Saugerflasche, fehlendes Zähneputzen, fehlende Nutzung einer fluoridhaltigen Zahnpaste – zu erfassen.

  • Die Befundung der Kleinkinder schließt die Erfassung des Biofilmbefalls, des Vorkommens von initial kariösen und kavitierten Läsionen ein.

  • Die Betreuungspersonen sind umfänglich über Mundhygienemaßnahmen und zahngesunde Ernährungsweisen aufzuklären.

  • Mit den Betreuungspersonen ist ein individuelles Zahnputztraining durchzuführen.

  • Ab dem Durchbruch des ersten Milchzahnes soll eine fluoridhaltige Kinderzahnpaste entsprechend den aktualisierten Empfehlungen verwandt werden.

  • Fluoridlackapplikationen sollen kariesrisikobezogen regelmäßig vorgenommen werden.



Publication History

Article published online:
23 June 2020

Georg Thieme Verlag KG
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