Z Orthop Unfall
DOI: 10.1055/a-1059-9779
Original Article/Originalarbeit
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Systematische Analyse der Lesbarkeit von Patienteninformationstexten auf Internetseiten von Abteilungen für Unfallchirurgie deutscher Universitätskliniken

Artikel in mehreren Sprachen: English | deutsch
Simon Paul
1  Department of Trauma Surgery and Orthopaedics, Medius Hospitals Nürtingen
,
Marc-Daniel Ahrend
2  Sports Trauma Department, Occupational Accident Casualty Hospital Tübingen
,
Jan-Christoffer Lüers
3  Department and Outpatient Unit for ENT, Head and Neck Surgery, Cologne University Hospital
,
Kersten Sven Roth
4  German Seminar, University of Zurich, Switzerland
,
Peter P. Grimmiger
5  Department of General, Abdominal, and Transplantation Surgery, Mainz University Hospital
,
Florian Bopp
1  Department of Trauma Surgery and Orthopaedics, Medius Hospitals Nürtingen
,
Babak Janghorban Esfahani
6  Plastic and Aesthetic Surgery, Group Practice for Plastic Surgery Alamuti/Scholz, Wiesbaden
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
13. Januar 2020 (online)

Zusammenfassung

Einleitung Sowohl die bedarfsgerechte Informationsübermittlung in der Aufklärung als auch zur Rekrutierung von Patienten wird immer relevanter. Hier hat sich in den letzten Jahren das Internet als immer wichtigerer Faktor herauskristallisiert, und Informationsseiten auf Klinikhomepages sollten hierzu hilfreich sein. Es ist jedoch bekannt, dass bei großen Teilen der Bevölkerung grundlegende Textverständnisfähigkeiten fehlen. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es daher, die auf Internetseiten unfallchirurgischer Abteilungen deutscher Universitätskliniken zur Verfügung stehenden Patienteninformationen hinsichtlich ihrer Lesbarkeit zu evaluieren.

Methode Die Internetseiten der unfallchirurgischen Abteilungen deutscher Universitätskliniken wurden nach Patienteninformationen zu 10 Krankheitsbildern durchsucht. Die Recherche ergab 185 von maximal 360 möglichen Texten, die 2 übergeordneten Themenkomplexen (Notfall- vs. elektive Operationen) zugeteilt wurden. Texte wurden mit einer systematischen Textanalyse durch die Software „Text-Lab“ unterzogen und mittels 5 bekannter Lesbarkeitsindizes (Amstad-Lesbarkeitsindex, G-SMOG-Index, LIX-Lesbarkeitsindex, Hohenheimer Index, Wiener Sachtextformel) bewertet.

Ergebnisse Die Lesbarkeitsindizes zeigten, dass die analysierten Texte in beiden Themenkomplexen eine durchweg schlechte Lesbarkeit aufwiesen, sodass die Texte nur für Leser mit Hochschulbildung ausreichend verständlich sind. (Amstad-Lesbarkeitsindex: 21,4 ± 20,8; G-SMOG-Index: 11,6 ± 2,0; Wiener Sachtextformel: 13,3 ± 2,1; LIX-Lesbarkeitsindex: 60,9 ± 7,6; Hohenheimer Index: 4,1 ± 3,2).

Schlussfolgerung Für die durch Universitätskliniken bereitgestellten medizinischen Informationen ergibt sich ein deutlicher Verbesserungsbedarf, um den adäquaten Erwerb von Wissen einem breiteren Spektrum an Patienten zugänglich zu machen.