PPH 2020; 26(01): 50-51
DOI: 10.1055/a-1032-3402
Rund um die Psychiatrie
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Rund um die Psychiatrie

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Publication Date:
10 February 2020 (online)

Studium Psychiatrische Pflege an der FH Münster für Pflegende in der Praxis

Fachhochschule Münster/Fachbereich Gesundheit

Der Fachbereich Gesundheit der Fachhochschule Münster entwickelt mit seinem neuen Studiengang „Psychiatrische Pflege/Psychische Gesundheit“ die Akademisierung psychiatrischer Pflegefachpersonen weiter. Hierzu kooperiert die Fachhochschule mit der staatlich anerkannten Weiterbildungsstätte Fachpflege Psychiatrie – Peplau Kolleg am St. Rochus-Hospital Telgte. Dieser Studiengang wendet sich speziell an Pflegende in der Psychiatrie.

Ziel ist, zu einer verbesserten Versorgung im klinischen wie im ländlichen Bereich beizutragen. Eine aktuelle Herausforderung ist zudem die verstärkte Vernetzung der verschiedenen Gesundheitsakteure im ambulanten Sektor. Durch eine gesteigerte Expertise der Studierenden soll sektorübergreifend eine Qualitätssteigerung in der direkten patientenbezogenen pflegerischen Arbeit erwirkt werden. Dazu integriert der Studiengang die Inhalte der Weiterbildung Psychiatrische Pflege laut Weiterbildungsverordnung für Pflegeberufe (WBVO-Pflege-NRW). Dieses neue duale Konzept „aus der Praxis – für die Praxis“ führt zu einem doppelten Abschluss: zum hochschulischen Bachelor of Science (B. Sc.) sowie zur staatlichen Anerkennung als Fachpflegeperson in der Psychiatrie gemäß WBVO-Pflege-NRW.

Der Studiengang bietet Pflegefachpersonen in der psychiatrischen Pflegepraxis die Chance einer hochschulischen Erstqualifikation. Steigende Zahlen psychisch Kranker sowie die chronische Unterversorgung (vulnerabler) Patientengruppen auf dem Land bedingen Spezialkompetenzen und eine erweiterte pflegewissenschaftliche Expertise. Für diese Zielgruppen müssen Versorgungsmöglichkeiten auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse reflektiert und professionell umgesetzt werden.

So können multiprofessionelle Teams durch die Einführung der sogenannten „stationsäquivalenten Leistungen“ künftig komplexe psychiatrisch-psychotherapeutische Akut-Behandlungen für schwerst psychisch Kranke im häuslichen Umfeld durchführen. Dies ist eines der möglichen Tätigkeitsfelder für die Absolventen. Weitere sind zum Beispiel die Implementierung neuer Konzepte (unter anderem Adhärenz, Recovery, Safewards); Projekt- und Qualitätsmanagement; die Gestaltung pflegetherapeutischer Gruppen; Beratung; Koordination und Steuerung der interdisziplinären Zusammenarbeit oder die Anbahnung praktischer Pflegeforschung.

Die Regelstudienzeit beträgt 8 Semester (jeweils ab 01. März eines Jahres). Nach dem Erwerb der staatlichen Anerkennung (WBVO-Pflege-NRW) zum Ende des 6. Semesters erfolgt die weitere Qualifizierung im 7. und 8. Semester nur noch an der Fachhochschule. Circa 3-wöchige Präsenzphasen an Hochschule und Weiterbildungsstätte wechseln sich mit Praxisphasen ab. Letztere können zum Teil an den Heimateinrichtungen absolviert werden. Die Weiterbildungsanteile sind kostenpflichtig und werden in der Regel durch die Arbeitgeber übernommen, die auch einer Freistellung zum Zwecke des Studiums zustimmen.

Nähere Informationen gibt es im Internet:

sowie über die Studiengangsleitungen: Prof. Dr. Marcellus Bonato, E-Mail: [email protected]; Prof. Dr. Andrea Zielke-Nadkarni, E-Mail: [email protected].

Bewerbungen sind ganzjährig möglich, für das Sommersemester 2020 bis zum 15.02.2020. Ein Platz in der Weiterbildung ist Voraussetzung für das Studium. Daher ist der Leiter des Peplau-Kollegs, Klaus Peter Michel, erster Ansprechpartner für die Bewerbung: E-Mail: [email protected], Telefon 02504/60224.