Allgemein- und Viszeralchirurgie up2date 2020; 14(05): 467-481
DOI: 10.1055/a-1030-4266
Notfallchirurgie

Perforationen am oberen Gastrointestinaltrakt

Orestis Lyros
,
Marcus Hollenbach
,
Albrecht Hoffmeister
,
Ines Gockel
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Perforationen des oberen Gastrointestinaltrakts sind lebensbedrohliche Krankheitsbilder, die sofortige diagnostische und endoskopische bzw. chirurgische Therapiestrategien erfordern. Entscheidend ist ein adäquates Komplikationsmanagement durch interdisziplinäre Behandlungskonzepte. Dieser Artikel stellt die wesentlichen Behandlungsmöglichkeiten von Perforationen vor, evaluiert sie und gibt Hinweise für die praktische Anwendung.

Kernaussagen
  • Die erfolgreiche Therapie von transmuralen Defekten am GIT setzt ein interdisziplinäres Management voraus. Eine Entscheidungshilfe für den klinischen Alltag bietet [Abb. 7].

  • Das frühzeitige Erkennen und die adäquate Behandlung einer Perforation sind essenziell, um septische und anderweitige Komplikationen einer Perforation zu verhindern.

  • Die meisten Perforationen des oberen GIT, die während einer Untersuchung auftreten, können auch in der gleichen Sitzung verschlossen werden. Dennoch stellen Perforationen medizinische Notfälle dar und erfordern auch bei erfolgreichem Verschluss ein engmaschiges postinterventionelles Monitoring des Patienten.

  • In Einzelfällen und nach Risiko-Nutzen-Abwägung kann eine Perforation konservativ therapiert werden. Dies trifft meist auf asymptomatische Perforationen zu, die erst mehr als 24 Stunden nach einer Intervention detektiert werden.

  • Die exakte Inspektion und Beurteilung des Defektes ist für das weitere Vorgehen unentbehrlich, da eine Vielzahl von Optionen zum Verschluss des Defektes zur Verfügung steht.

  • Neue endoskopische Techniken haben die Notwendigkeit von chirurgischen (Revisions)-Eingriffen deutlich reduziert. Je nach Größe, Lokalisation, Beschaffenheit und Blutungsrisiko der Läsion kommen verschiedene Typen von Clips, Nahtverfahren, Stents oder eine endoskopische Vakuum-Schwamm-Therapie (EVT) zum Einsatz.

  • Bei Versagen der endoskopischen Therapie wird die rechtzeitige chirurgische Versorgung durchgeführt.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
29. September 2020

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