Laryngorhinootologie 2020; 99(01): 37-44
DOI: 10.1055/a-1028-7742
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Nasennebenhöhlenchirurgie an deutschen HNO-Kliniken – eine Bestandsaufnahme

Sinus surgery at German ENT departments – a regional survey
Tanja Hildenbrand
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg, Germany
,
Andreas Knopf
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg, Germany
,
Manuel Christoph Ketterer
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg, Germany
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Publikationsverlauf

10. September 2019

10. Oktober 2019

Publikationsdatum:
29. Oktober 2019 (online)

Zusammenfassung

Hintergrund Die Nasennebenhöhlenchirurgie hat sich in den letzten Jahrzehnten wesentlich weiterentwickelt, hin zur endonasalen endoskopischen Chirurgie zur Therapie von benignen und malignen Erkrankungen der Nasennebenhöhlen. Das Ziel der vorliegenden Untersuchung war die Erfassung des aktuellen Standes der Nasennebenhöhlenchirurgie in HNO-Kliniken in Deutschland.

Material und Methode Ein Fragebogen mit Fragen zu OP-Zahlen, OP-Technik, technischer Ausstattung, interdisziplinärer Zusammenarbeit, Nachsorge, Nutzung von CT-Checklisten, Ausbildung und Bewertung der Lebensqualität wurde an alle Ordinarien und Chefärzte von HNO-Kliniken in Deutschland versandt.

Ergebnisse Die Rücklaufquote betrug 79,5 %. 89,1 % der Kliniken geben an, 200–400 oder mehr als 400 Eingriffe bei benignen Erkrankungen der Nasennebenhöhlen durchzuführen. Die Zahl der durchgeführten Eingriffe bei malignen Erkrankungen ist deutlich geringer. Nur ein Teil der Kliniken, die Patienten in einem interdisziplinären Tumorboard vorstellen, führen auch interdisziplinäre Tumoroperationen durch. Die meisten Kliniken geben an, sowohl ein Endoskopie- als auch ein Navigationssystem für die Nasennebenhöhlenchirurgie zu besitzen. Die Ausbildung von Assistenzärzten in der Nasennebenhöhlenchirurgie beginnt meist zwischen dem 2. und 4. Jahr und in fast allen Kliniken werden Dissektionskurse während der Ausbildung besucht. Mehr als die Hälfte der Kliniken nutzt eine CT-Checkliste zur präoperativen Analyse von CT-Bildern. Die Lebensqualität vor und nach Operationen an den Nasennebenhöhlen wird nur in wenigen Kliniken bestimmt.

Schlussfolgerung Unsere Untersuchung zeigt ein repräsentatives Bild des aktuellen Standes der Nasennebenhöhlenchirurgie in der stationären Versorgung in Deutschland.

Abstract

Objective Sinus surgery has evolved dramatically over the last decades towards endonasal endoscopic techniques for the treatment of benign and malignant diseases of the paranasal sinuses. The aim of this survey was to capture the current state of sinus surgery in German ENT departments.

Material and Methods A questionnaire with questions regarding number of surgeries, surgical technique, interdisciplinary cooperation, postoperative care, CT-checklists, surgical training and quality of life was sent to all ENT departments in Germany.

Results 79.5 % of questionnaires were answered and returned. 89.1 % of ENT departments state that they conduct 200–400 or more than 400 sinus surgeries per year for benign diseases of the paranasal sinuses. The number of sinus surgeries for malignancies of the paranasal sinuses is much smaller. Not all of the departments who take part in interdisciplinary tumor boards work in interdisciplinary surgical teams. Most of the departments declare that they use video endoscopy and surgical navigation systems for their surgeries. Surgical training for sinus surgery usually starts in year 2 to 4 and almost all trainees visit dissection courses during their training. In more than half of the departments CT checklists are used for preoperative analyses of CT scans. Quality of life before and after surgery is evaluated in only a few departments.

Conclusion Our investigation is a representative survey of current practice in sinus surgery in ENT departments in Germany.