Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-1028-7238
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Entwicklung der selbstberichteten Gesundheit über die Sekundarstufe: Ergebnisse des Nationalen Bildungspanels

Trajectories of Self-rated Health in Secondary Education: Results from the German National Educational Panel Study
Max Herke
1  Institut für Medizinische Soziologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale)
,
Katharina Rathmann
2  Fachbereich Pflege und Gesundheit, Hochschule Fulda, Fulda
,
Matthias Richter
1  Institut für Medizinische Soziologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale)
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Publication History

Publication Date:
26 November 2019 (online)

Zusammenfassung

Ziel der Studie Die selbstberichtete Gesundheit ist ein wichtiger Indikator für die aktuelle und zukünftige Gesundheit, doch fehlen auf Paneldaten basierende Befunde, die nach Hintergrundmerkmalen differenzierte Entwicklungen selbstberichteter Gesundheit Jugendlicher betrachten. Diese Arbeit untersucht die Entwicklung der selbstberichteten Gesundheit über die Sekundarstufe von der 5. bis 12. Klasse in Deutschland, und analysiert Unterschiede nach Indikatoren der sozio-ökonomischen Position und weiteren Hintergrundmerkmalen wie Geschlecht und Familienstruktur.

Methodik Daten der 5. bis 10. Klasse aus der Kohorte „Klasse 5“ sowie Daten der 9. bis 12. Klasse aus der Kohorte „Klasse 9“ des Nationalen Bildungspanels werden kombiniert. Wachstumskurvenmodelle auf Basis der Mehrebenenanalyse wurden verwendet, um das Niveau und den Verlauf der subjektiven Gesundheit zu untersuchen sowie Unterschiede nach Schultyp, Bildung der Eltern, Haushaltseinkommen, Geschlecht und Familienstruktur zu untersuchen. Das finale Modell enthält 28 987 Beobachtungen von 11 290 Individuen, verteilt auf 8 Messzeitpunkte.

Ergebnisse Die selbstberichtete Gesundheit nimmt von der 5. bis zur 12. Klasse leicht ab. Heranwachsende, die ein Gymnasium besuchen, in Haushalten mit höherem Einkommen oder bei Eltern mit höherem Bildungsstatus leben, berichten über eine bessere Gesundheit. Jungen sowie Heranwachsende, die in Kernfamilien aufwachsen, zeigen einen günstigeren Verlauf der selbstberichteten Gesundheit über die Sekundarstufe.

Schlussfolgerung Diese Studie bietet einen umfassenden Überblick über Veränderung/Verläufe der selbstberichteten Gesundheit von Jugendlichen in der Sekundarstufe. Neben den statischen Unterschieden nach Hintergrundmerkmalen haben zusätzlich Mädchen und Jugendliche die nicht in Kernfamilien leben auch eine schlechtere Prognose für die Entwicklung ihrer selbstberichteten Gesundheit über die Schullaufbahn.

Abstract

Aim of the study Self-rated health is an important indicator of current and future health. However, panel data-based findings are lacking that take into consideration the background features of differentiated development of self-reported adolescent health. This paper examines the development of self- rated health through secondary education from grade 5–12 in Germany, analyzing differences according to indicators of socio-economic position and other background characteristics such as gender and family structure.

Methodology 5th to 10th grade data from the “Class 5” cohort and 9th to 12th grade data from the “9th grade” cohort of the National Education Panel were combined. Growth curve models based on multi-level analysis were used to examine the level and course of self-rated health and to examine differences according to type of school, parenting, household income, gender and family structure. The final model contains 28,987 observations from 11,290 individuals over 8 time points.

Results Self-reported health declines slightly from 5th to 12th grade. Adolescents attending high school, living in higher-income households or parents with higher education status reported better health. Boys and adolescents growing up in nuclear families showed a more favorable course of self-rated health through secondary education.

Conclusion This study provides a comprehensive overview of the development of self-rated health of adolescents in secondary education. In addition to the static differences according to background characteristics, girls and adolescents who do not live in nuclear families also had a worse prognosis for the development of self-rated health over the school career.