Osteologie 2020; 29(02): 150-156
DOI: 10.1055/a-1023-4859
Original Article

Number and Impact of Osteoporotic Forearm Fractures: An Analysis of German Hospital Data

Häufigkeit und Auswirkung Osteoporose-bedingter Unterarmfrakturen: Eine Analyse deutscher Krankenhausdaten
1  HSD Hochschule Döpfer, University of Applied Sciences Cologne
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Abstract

Introduction Osteoporosis is a burden for Germany, however recent data on osteoporotic forearm fractures is missing.

Methods Numbers of hospital diagnosed forearm fractures based on ICD-10 code S52.- for 2000 to 2017 were taken from GBE database. From this dataset, number of osteoporotic forearm fractures in patients aged 50+ years were calculated using age- and gender specific weighting factors. In addition, fracture rates per 100,000 people, total days in hospital and quality-adjusted life years (QALYs) lost due to osteoporotic forearm fractures were calculated.

Results In 2017, a total of 69,046 osteoporotic forearm fractures were diagnosed in hospitals in patients aged 50+ years in Germany, which represents an increase of 48.8% since 2000. Age-adjusted fracture rates in women were 300/100,000 (standard error [SE] 1.25) in 2017 compared to 248/100,000 (SE 1.25) in 2000 (Odds ratio [OR]: 1.21 [95% confidence interval [CI]: 1.02; 1.43]; p = 0.026). In male patients fracture rates were 62/100,000 (SE 0.61) in 2017 and 53/100,000 (SE 0.65) in 2000 (OR: 1.17 [95% CI: 0.81; 1.69]; p = 0.401). However, highest numbers and rates of osteoporotic forearm fractures were seen in 2010.

Osteoporotic forearm fractures resulted in 276,185 hospital days and 2,259 lost QALYs in patients aged 50+ years in 2017.

Conclusion Number of osteoporotic forearm fractures increased from 2000 to 2017 in Germany and indicate a high burden of disease for patients and healthcare system.

Zusammenfassung

Einleitung Osteoporose-bedingte Frakturen stellen sowohl für die Patienten als auch für das Gesundheitssystem eine hohe Belastung dar, und insbesondere Unterarmfrakturen sind mit einem hohen Folgefrakturrisiko assoziiert. Aus diesem Grund war das Ziel dieser Studie, die Häufigkeit Osteoporose-bedingter Frakturen des Unterarms in Deutschland zu analysieren.

Methoden Die Anzahl der Krankenhaus-diagnostizierten Unterarmfrakturen (ICD-10 S52.-) in Deutschland wurde für die Jahre 2000 bis 2017 dem Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE-Datenbank) entnommen. Aus diesen Daten wurde die Anzahl Osteoporose-bedingter Unterarmfrakturen bei Patienten im Alter von 50+ Jahre mit Hilfe von geschlechts- und altersspezifischen Gewichtungen berechnet. Des Weiteren wurden die Frakturraten pro 100000 Personen, Gesamtkrankenhaustage sowie die verlorenen QALYs (quality-adjusted life years) aufgrund von Osteoporose-bedingten Unterarmfrakturen berechnet.

Ergebnisse Im Jahr 2017 wurden 69046 Osteoporose-bedingte Unterarmfrakturen bei Patienten im Alter von 50+ Jahren in deutschen Krankenhäusern diagnostiziert. Dies entspricht einem Anstieg von 48,8% im Vergleich zum Jahr 2000. Die altersstandardisierte Rate Osteoporose-bedingter Unterarmfrakturen betrug bei Frauen in 2017 300/100000 (Standardfehler [SE] 1,25) bzw. 248/100000 (SE 1,25) im Jahr 2000 (Odds ratio [OR]: 1,21 [95% Konfidenzintervall, KI: 1,02; 1,43]; p=0,026). Bei Männern lag die Frakturrate bei 62/100000 [SE 0,61] in 2017 bzw. 53/100000 [SE 0,65] in 2000 (OR: 1,17 [95% KI: 0,81; 1,69]; p=0,401). Die höchste Anzahl sowie Raten Osteoporose-bedingter Unterarmfrakturen wurden sowohl für Frauen als auch für Männer für das Jahr 2010 berechnet.

Aufgrund von Osteoporose-bedingten Unterarmfrakturen im Jahr 2017 entstanden insgesamt 276185 Krankenhaustage, und es gingen 2,259 QALYs bei Patienten im Alter von 50+ Jahren verloren.

Schlussfolgerung Zwischen 2000 und 2017 kam es zu einem Anstieg der Osteoporose-bedingten Unterarmfrakturen in Deutschland. Dies wiederum hat einen erhöhten Verlust an Lebensqualität für Patienten und eine Mehrbelastung für das Gesundheitssystem zur Folge.



Publikationsverlauf

Eingereicht: 02. September 2019

Angenommen: 30. Januar 2020

Publikationsdatum:
02. Juni 2020 (online)

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