Z Orthop Unfall
DOI: 10.1055/a-1015-6957
Original Article/Originalarbeit
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Unikondyläre tibiofemorale Endoprothetik – Meinungsbild in der Deutschen Kniegesellschaft (DKG) und dem Bundesverband der Orthopäden und Unfallchirurgen (BVOU)

Article in several languages: English | deutsch
Christoph Becher
1  HKF – Internationales Zentrum für Hüft-, Knie- und Fußchirurgie, ATOS Klinik Heidelberg
,
Johannes Beckmann
2  Sektion Endoprothetik, Sportklinik Stuttgart
,
Rüdiger von Eisenhart-Rothe
3  Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Sportorthopädie am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München
,
Michael Hirschmann
4  Klinik für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Kantonsspital Baselland-Bruderholz, Schweiz
,
Johannes Holz
5  Zentrum für Orthopädie, OrthoCentrum Hamburg
,
Alois Franz
6  Klinik für Orthopädie, Unfall-, Handchirurgie und Sportverletzungen, St. Marien-Krankenhaus Siegen
,
Clemens Gwinner
7  Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité – Universitätsmedizin Berlin
,
Robert Hube
8  Orthopädische Chirurgie, OCM-Klinik München
,
Georg Matziolis
9  Orthopädische Klinik, Friedrich-Schiller-Universität Jena
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Publication History

Publication Date:
11 November 2019 (online)

Zusammenfassung

Hintergrund Der Anteil der unikondylären tibiofemoralen Endoprothetik (UKE) an den implantierten Knieendoprothesen ist in Deutschland trotz der potenziellen Vorteile immer noch relativ gering. Ziel dieser in der Small-Implants-Gruppe der Deutschen Kniegesellschaft (DKG) initiierten Umfrage ist der Erhalt eines Meinungsbildes und die Einordnung in die Literatur.

Methodik Angelehnt an das Delphi-Verfahren und das AWMF-Regelwerk „Leitlinien zur strukturierten Konsensfindung“ wurden 19 Aussagen entwickelt, die den Mitgliedern der DKG und des Berufsverbandes der Orthopäden und Unfallchirurgen (BVOU) mittels anonymer Onlineumfrage zur Verfügung gestellt wurde. Insgesamt nahmen 410 Kollegen an der mit „SurveyMonkey“ durchgeführten Umfrage teil.

Ergebnisse Die größten Kontroversen ergaben sich bei der Indikationsstellung in Bezug auf eine Gewichtslimitation und das Vorliegen einer patellofemoralen Arthrose. Allgemein zustimmend wurde die Aussage bewertet, dass eine absolute Kontraindikation bei gesicherter kontralateraler tibiofemoraler Arthrose im Stadium III – IV bzw. Vorliegen einer Meniskusinsuffizienz von mehr als 50% besteht. Weiterhin wurde zustimmend bewertet, dass keine Altersgrenze für die Implantation einer UKE besteht. Die Frage nach einer Einführung einer Mindestmenge von mehr als 15 Implantationen pro Jahr/Operateur zur Anwendung der UKE wurde sehr unterschiedlich gesehen.

Schlussfolgerung Die eigene Meinung, evtl. geprägt von den Erfahrungen des klinischen Alltags, kollidiert vielfach mit den Erkenntnissen der wissenschaftlichen Literatur. Intensive Schulungen erscheinen erforderlich.