Z Geburtshilfe Neonatol
DOI: 10.1055/a-1014-3619
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Lesbarkeit von Informationsmaterial in der Geburtshilfe

Readability of Information Material in Obstetrics
Dorothea Tegethoff
1  Studiengang Hebammenkunde, Evangelische Hochschule Berlin, Berlin
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Publication History

eingereicht 07 July 2019

akzeptiert 09 September 2019

Publication Date:
09 October 2019 (online)

Zusammenfassung

Zeitgemäße Gesundheitsversorgung setzt voraus, dass die Betroffenen autonome Entscheidungen über diagnostische und therapeutische Maßnahmen treffen (Informed consent). Damit Patient/innen Eingriffe und ihre Konsequenzen verstehen, muss verständliches Informationsmaterial zur Verfügung stehen. Mit verschiedenen Messinstrumenten (G-SMOG, Flesch-Index, Amstad-Formel, LIX) wurden Aufklärungsbögen zum Kaiserschnitt, geburtshilflichen Maßnahmen und Anästhesieverfahren auf ihre Lesbarkeit untersucht. Als Vergleichsmaterial wurden leicht auffindbare Texte aus dem Internet und anderes Informationsmaterial zum Thema Kaiserschnitt und Anästhesieverfahren in der Geburtshilfe herangezogen. Die Messinstrumente, die für die deutsche Sprache entwickelt wurden, erwiesen sich als nützlich für das Screening der Leseschwierigkeit. Es zeigt sich zudem, dass ein großer Teil der untersuchten Texte schwierig oder sehr schwierig lesbar ist. Insbesondere die Aufklärungsbögen liegen deutlich über den für die Allgemeinbevölkerung lesbaren Werten. Es sollten erhebliche Anstrengungen unternommen werden, um z. B. orientiert am „Hamburger Verständlichkeitsmodell“ gut lesbare und verständliche Informationsmaterialien zu erarbeiten.

Abstract

Up-to-date health care implies users’ autonomous decision-making on diagnostic and therapeutic measures (informed consent). Patients depend on comprehensible information material to be able to understand an intervention and its consequences. Informed consent sheets on cesarean section, other obstetrical measures, and anesthesia methods were assessed for readability using tools including the G-SMOG, Flesch Index, Amstad Formula, and LIX. In addition, comparative material on the same topics, e. g., from the Internet, was assessed. The assessment tools developed for the German language proved to be useful for readability screening. Most texts were found to be difficult or very difficult to read. Especially the included informed consent sheets were assessed as clearly above the recommended readability level. Efforts need to be made to prepare readable and comprehensible information material, e. g., by using the “Hamburg Model of Comprehensibility.”

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