kleintier konkret 2019; 22(06): 19-26
DOI: 10.1055/a-1013-1927
Innere Medizin
Hund.Katze
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Röntgendiagnostik beim Ileusverdacht

Ingmar Kiefer
,
Michaele Alef
,
Stefan Kohl
,
Johanna Langguth
,
Claudia Köhler
Further Information

Publication History

Publication Date:
13 December 2019 (online)

Die Röntgendiagnostik ermöglicht in vielen Fällen eine sichere Ileusdiagnostik bei Hund und Katze. Aber nicht alle Befunde, die den Anschein eines Ileus erwecken, sind operationswürdig. Wir zeigen Ihnen die verdächtigen Normvarianten.

Take home
  • Anamnese und klinische Untersuchung sind meist nicht eindeutig

  • Voraussetzung für eine erfolgreiche Röntgendiagnostik:

    • technisch hochwertige Aufnahmen

    • strukturierte Befundung

    • Kenntnisse über röntgenologische Physiologie und Normvarianten

  • bei der Beurteilung des Magens sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

    • Lagerung des Patienten

    • tierartliche Unterschiede

    • Grad und Art der Füllung des Magens

    • Veränderungen angrenzender Organe

    • klinische Relevanz eines Befunds

    • Differenzialdiagnosen, ggf. ohne OP-Indikation

  • bei der Beurteilung des Darmes sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

    • anatomische Kenntnisse:

      • Zuordnung zu einem bestimmten Darmabschnitt nicht immer eindeutig

      • Kenntnisse des Dünndarmdurchmessers erforderlich

      • adipöse Katze: Verwechslungsgefahr mit Auffädelungsileus

    • tierartliche Unterschiede

    • Grad und Art der Füllung des Organs

    • klinische Relevanz eines Befunds

    • Differenzialdiagnosen, ggf. ohne OP-Indikation

    • Vorhandensein eines Subileus mit undeutlichen radiologischen Zeichen?

    • ggf. weiterführende Diagnostik bei Invaginationsverdacht (Sonografie)