Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-1005-7110
Kurzmitteilung/Kasuistik
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Prädiktoren der Teilnahmebereitschaft von Jugendlichen in Langzeitstudien: Ergebnisse der Ohrkan Kohortenstudie zur Freizeitlärmexposition

Predictors of Adolescents’ Willingness to Participate in Long-term Studies: Results of the Ohrkan Cohort Study on Leisure Time Noise Exposure
Doris Gerstner
1  Sachgebiet Arbeits- und Umweltmedizin/ Epidemiologie, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, München
,
Taghreed Alsaeedi
1  Sachgebiet Arbeits- und Umweltmedizin/ Epidemiologie, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, München
,
Christina Jenkac
2  Krebszentrum München CCC LMU, Klinikum der Universität München, München
,
Veronika Weilnhammer
1  Sachgebiet Arbeits- und Umweltmedizin/ Epidemiologie, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, München
,
Stefanie Heinze
1  Sachgebiet Arbeits- und Umweltmedizin/ Epidemiologie, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, München
,
Caroline Eva Wella Herr
1  Sachgebiet Arbeits- und Umweltmedizin/ Epidemiologie, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, München
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Publication History

Publication Date:
09 October 2019 (online)

Zusammenfassung

Hintergrund und Ziel In Kohortenstudien kann der Verlust von Teilnehmern während der Nachbeobachtungsphasen zu Verzerrungen führen, wenn sich Teilnehmer und Nichtteilnehmer unterscheiden. Viele Studien haben den Einfluss soziodemografischer und gesundheitlicher Faktoren auf die Teilnahmebereitschaft untersucht, es liegen jedoch nur relativ wenige Studien für schulbasierte Kohorten vor. Ziel dieser Arbeit ist die Bestimmung von Prädiktoren der Teilnahmebereitschaft im Rahmen der Ohrkan Kohortenstudie, die die Exposition von Jugendlichen gegenüber Freizeitlärm und mögliche Effekte auf das Hörvermögen im Zeitverlauf untersucht.

Methoden Die Daten dieser Studie basieren auf den Angaben der Ohrkankohorte (n=2148), die 2009–2011 (O-I) unter den Neuntklässlern weiterführender Schulen in Regensburg rekrutiert und 2012–14 (O-II) und 2015–16 (O-III) nachbefragt wurde.

Ergebnisse Die Teilnahmewahrscheinlichkeit in O-II und O-III war höher für Personen ohne Migrationshintergrund, die zu Studienbeginn das Gymnasium besuchten und deren Eltern ein höheres Bildungsniveau hatten oder zusammenlebten. Auch nahmen Personen, die in den letzten 2,5 Jahren ihren Wohnort nicht gewechselt hatten, 3-mal so häufig teil wie Befragte mit Wohnortwechsel.

Schlussfolgerung Die Kenntnis von Merkmalen der Studienteilnehmer, die die Teilnahmebereitschaft vorhersagen, ermöglicht durch gezielte Ansprache den Verlust von Studienteilnehmern zu reduzieren bzw. die statistische Korrektur von fehlenden Daten.

Abstract

Background and aim of the study The loss of participants during the follow-up of cohort studies can introduce bias if persons who leave the study differ from those who continue to participate over time. Many studies have investigated socio-demographic and health factors associated with participation/non-participation in epidemiological studies. However, relatively few studies are available for school-based cohorts. The aim of this study was to determine predictors of willingness to participate in the Ohrkan study, an ongoing longitudinal survey of adolescents that collects detailed information on leisure time noise exposure and potential effects on hearing.

Methods Using the Ohrkan cohort of 2,148 persons recruited in 2009–2011 (O-I) among the ninth graders of any secondary school type in Regensburg and followed-up in 2012–14 (O-II) and 2015–16 (O-III).

Results The probability of participating in O-II and O-III was higher for persons without a migration background, who attended university-preparatory secondary school at baseline and whose parents had a higher educational level or lived together. Persons who had not changed their place of residence in the last 2.5 years also participated 3 times as often as respondents who moved inside or outside of Regensburg.

Conclusion The knowledge of determinants of attrition and retention makes it easier to specify which groups of a cohort are most likely to be lost to follow-up. These groups can be targeted in order to minimize their loss in the future follow-ups. Moreover, the predictors can be used in statistical missing data techniques such as multiple imputation.