Z Orthop Unfall
DOI: 10.1055/a-1004-3396
Original Article/Originalarbeit
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Diagnostischer Einsatz von Magnetresonanztomografie und -arthrografie bei intraartikulären Hüftpathologien

Eine patientenorientierte und gesundheitsökonomische BetrachtungArticle in several languages: English | deutsch
Solveig Lerch
1  Department of Orthopaedics, Trauma Surgery and Sports Medicine, KRH Hospital Agnes Karll Laatzen
,
Janne Lorenz
1  Department of Orthopaedics, Trauma Surgery and Sports Medicine, KRH Hospital Agnes Karll Laatzen
,
Andreas Kasperczyk
2  Radiology, Medical Care Centre Radiology Nuclear Medicine Langenhagen
,
Oliver Rühmann
1  Department of Orthopaedics, Trauma Surgery and Sports Medicine, KRH Hospital Agnes Karll Laatzen
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
11 November 2019 (online)

Zusammenfassung

Einleitung Deutschland ist im internationalen Vergleich beim Einsatz der Magnetresonanztomografie (MRT) führend. Ziel dieser Studie ist, einen alltäglichen Überweisungsablauf unseres Gesundheitssystems zur Hüft-MRT zu untersuchen und ineffektive Gesundheitsausgaben für das gesamte Gesundheitssystem abzuschätzen.

Material und Methoden Die Untersuchung erfolgte retrospektiv anhand 203 Hüft-MRT bei intraartikulären Hüftpathologien konsekutiv innerhalb eines Jahres. Die Überweisungsscheine wurden u. a. auf die Indikation hin überprüft. Bundesweite Prävalenzen von Hüft-MRT bei entsprechenden Erkrankungen wurden mit Zahlen von 3 gesetzlichen Krankenkassen ermittelt.

Ergebnisse Bei 21% der Überweisungsscheine wurde keine Indikation genannt. Von 66% der Überweisungsscheine war eine rechtfertigende Indikation für eine Hüft-MRT abzuleiten. Unsicherheiten bestanden bei den Indikationen zur intraartikulären Kontrastmittelgabe. Allgemeine Häufigkeitserhebungen bei intraartikulären Hüftpathologien sind durch fehlende präzise Diagnose- und Prozedurenschlüssel erschwert. Je nach Zugrundelegung einer niedrigen bis hohen Schätzung ergeben sich ineffektive Kosten von 800 000 bis 2,4 Mio. € innerhalb eines Jahres durch Hüft-MRT-Untersuchungen bei intraartikulären Hüftpathologien.

Diskussion Um die MRT in der apparativen Diagnostik effektiv zu nutzen, sollte der Überweisungsschein als Kommunikationsmittel zwischen Überweisern und Radiologen gewissenhaft genutzt werden. Der Überweisungsschein liefert damit einen unterschätzten Beitrag zur Gesundheitsökonomie. Für eine bessere Erhebung von Prävalenzen fehlen ICD-10- und Prozeduren-Schlüssel, die die Diagnostik intraartikulärer Hüftpathologien explizit abbilden.