Nervenheilkunde 2019; 38(11): 809-812
DOI: 10.1055/a-0998-5432
Schwerpunkt
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Kognitive Trainings zur Demenzprävention

Cognitive training for the prevention of dementia
Agnies Marczak
1  Institut für Studien zur Psychischen Gesundheit (ISPG), Mannheim
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
04 November 2019 (online)

ZUSAMMENFASSUNG

Angesicht der Fülle und Heterogenität des Angebots an kognitiven Trainings stellt sich die Frage nach der Wirksamkeit dieser Verfahren. Da vermehrt computergestützte Trainings Anwendung finden, wurden für diese Arbeit Untersuchungen, die diese Form der Darbietung getestet haben, ausgewählt. Die Wirksamkeitsprüfung bei Personen mit Demenz zeigte keine signifikanten Effekte, jedoch geben die Studien Hinweise auf die mögliche Wirksamkeit alternativer Trainings, z. B. unter Anwendung von virtueller Realität, die bei dementen Probanden bessere Ergebnisse im Vergleich zu traditionellen Verfahren erzielt hat. Bei Personen mit einer leichten kognitiven Beeinträchtigung zeigten sich in einigen Untersuchungen kleine bis moderate Effekte, jedoch ist die Studienlage widersprüchlich. Bei kognitiv gesunden Personen sind die Effekte im kleinen und moderaten Bereich, die Studienlage ist hierbei homogener. Bei der Art des Trainings zeigte sich zusätzlich, dass ein Gruppentraining einem Einzeltraining überlegen ist, und dass die Wirksamkeit bei 1- bis 3-mal Trainingseinheiten in der Woche gegeben ist. Möglicherweise spielen dabei motivationale Parameter eine Rolle. Zusammenfassend können kognitive Trainings bei kognitiv Gesunden und bei Personen mit einer leichten kognitiven Beeinträchtigung zur Erhaltung der geistigen Leistungsfähigkeit empfohlen werden.

ABSTRACT

There is a large range of heterogeneous cognitive trainings. The findings of the efficacy testing for the methods are not consistent. This article describes the results for the currently popular computer-aided form of cognitive training. There is no efficacy of traditional training for persons affected by dementia but there is evidence of the potential effectiveness of alternative training such as a virtual reality. Small to moderate effects were found in individuals with mild cognitive impairment but the studies situation is inconsistent. In cognitively healthy persons the effects are also small and moderate but the study situation is more homogeneous. In addition, group training proved to be superior to one-to-one training and the training frequency is most effective 1 to 3 times a week. Motivation parameters can play a role here. In summary, cognitive training may be recommended in cognitively healthy individuals and those with mild cognitive impairment to maintain mental performance.