JC AINS 2019; 08(04): 222-223
DOI: 10.1055/a-0990-3753
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© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

PONV: Sorge vor Nebenwirkungen bei Dexamethason scheinbar unbegründet

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Publication Date:
09 December 2019 (online)

Dexamethason wird in der perioperativen Phase häufig angewendet. Mögliche Indikationen sind: PONV (Postoperative Übelkeit und Erbrechen) – Prophylaxe, Verbesserung der postoperativen Erholung, Beschleunigung der Entlassungsfähigkeit nach ambulanten Operationen oder die Verlängerung der Wirkdauer von peripheren Regionalanästhesien. In der Langzeitanwendung von Glukokortikoiden sind viele Nebenwirkungen wie Nebenniereninsuffizienz, erhöhtes Risiko von Wundheilungsstörungen, Hyperglykämien oder die Entstehung von Diabetes mellitus beschrieben. Das Risikopotential einer perioperativen Einmalgabe von Dexamethason hingegen ist nicht bekannt. Da jedoch 32 – 45 % der Patienten in der perioperativen Phase mit Dexamethason behandelt werden soll diese Metaanalyse mögliche Nebenwirkungen untersuchen.

Fazit

Die Autoren fanden in dieser Metaanalyse keine unerwünschten Nebenwirkungen einer perioperativen Einmalgabe von Dexamethason. Da die eingeflossenen RCT´s jedoch Patienten mit Risikofaktoren für Wundheilungsstörungen (Diabetes mellitus, immunsuppressive Medikation) ausschlossen, sind diese Ergebnisse nur mit Vorsicht in die klinische Praxis zu übertragen. Die transiente milde postoperative Hyperglykämie, die in der Studie detektiert wurde, wird von den Untersuchern als wahrscheinlich nicht klinisch relevant eingeschätzt. Insbesondere für Patienten mit erhöhtem Risiko einer perioperativen Infektion sollten weitere Studien erfolgen um die Sicherheit einer Dexamethasonmedikation nachzuweisen.