Akt Dermatol
DOI: 10.1055/a-0975-6778
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© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Was hat die Ernährung mit der Wundheilung zu tun?

How does Nutrition Affect Wound Healing?
R. Renner
Hautklinik, Universitätsklinikum Erlangen
,
C. Erfurt-Berge
Hautklinik, Universitätsklinikum Erlangen
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Publication Date:
13 August 2019 (online)

Zusammenfassung

Bei einer Störung im Ablauf der Wundheilung kann es zu einem verzögerten oder fehlenden Wundverschluss kommen. Als ein möglicher Störfaktor gilt die Ernährung. Man muss zwischen quantitativer und qualitativer Mangelernährung unterscheiden. Gerade übergewichtige Patienten leiden oft an einer qualitativen Mangelernährung und Sarkopenie.

Spezifische Erkrankungen machen eine entsprechende diätetische Nahrungsempfehlung notwendig. So findet man bei dialysepflichtigen Patienten, Dekubitus-Patienten und Ulcus cruris-Patienten oft einen Eiweißmangel. Auch niedrige Level an Vitamin C, Zink, Folsäure, Vitamin D oder Spurenelementen können die Wundheilung negativ beeinflussen.

Größere prospektive Studien sollten klären, ob eine Substitution dieser Mangelzustände den gewünschten positiven Effekt auf die Wundheilung hat. Es erscheint aber sinnvoll, eine ausgewogene Ernährung und an die individuellen Ernährungsgewohnheiten angepasste Verbesserung der Aufnahme von Vitaminen, Spurenelementen und Eiweißen anzustreben.

Abstract

Interference during the complex wound healing process might lead to a delayed or absence of wound closure. One possible disruptive factor can be wrong nutrition. It is necessary to differentiate between quantitative and qualitative malnutrition. Preferential obese patients suffer from a qualitative malnutrition and sarkopenia.

Specific diseases require a specific nutritional recommendation. For example, patients with dialysis, decubitus, or leg ulcers often have a lack of proteins. In addition, other nutrient deficiencies with vitamin C, zinc, folate, vitamin D or trace elements might have a negative impact on wound healing.

Prospective studies should clarify if substitution of those nutrient deficiencies might improve wound healing. It seems to be reasonable to strive for an improvement in the consumption of vitamins, trace elements and proteins adopted to a balanced alimentation and adjusted to individual dietary habits.