Dialyse aktuell 2019; 23(07): 298
DOI: 10.1055/a-0902-6859
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© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Elektrolytstörungen

Mark Dominik Alscher
1   Stuttgart
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Publikationsdatum:
19. September 2019 (online)

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Die Bedeutung der Elektrolyte ist jedem in der Dialyse Tätigen bekannt. Dies betrifft in der Regel die Hyperkaliämie, aber auch andere Störungen. Insgesamt sind aber Elektrolytstörungen auch bei anderen Patientengruppen häufig, und leider fehlen im Alltag oft die richtigen Vorgehensweisen bzw. das Wissen über Elektrolytstörungen. Nicht selten werden dann Fachleute aus dem Dialyseumfeld gefragt. Aber warum sind Elektrolytstörungen insgesamt schnell gravierend?

Entwicklungsgeschichtlich ist die Funktion der Zellen des menschlichen Organismus an eine optimale Zusammensetzung der Elektrolyte intra- und extrazellulär gebunden. Über die Membran werden durch verschiedene Mechanismen für die einzelnen Elektrolyte Konzentrationsgradienten aufrechterhalten, welche wiederum für die Reizleitung und das Funktionieren von Transportern und weiteren Organellen entscheidend sind. Entwicklungsgeschichtlich entspricht die Elektrolytzusammensetzung des Extrazellulärraumes der Zusammensetzung des Urozeanes, aus dem die Zellen entwicklungsgeschichtlich stammen, sodass einzelne Physiologen auch den Ausdruck geprägt haben, dass der Mensch heute noch die Zusammensetzung des Urozeanes in seinem Extrazellulärraum trägt.

Durch zahlreiche Erkrankungen, Überbeanspruchung von Regelmechanismen und insbesondere heute durch medikamentöse Interaktionen wird in die Balancen eingegriffen. Der Nierenerkrankte ist besonders gefährdet, da die Niere eine zentrale Funktion im Elektrolytstoffwechsel hat. Elektrolytstörungen, welche i. d. R. eigentlich schnell korrigierbar sind, können dann häufig nicht mehr durch den eigenen Körper ausgeglichen werden. Deshalb ist es wichtig und für die Betroffenen von immenser Bedeutung, dass der Umgang mit diesen Störungen professionell erfolgt.

Es ist deshalb dankenswert, dass wir in dieser Ausgabe der „Dialyse aktuell“ auf einige der wichtigen Elektrolytstörungen ausführlich eingehen können. Die Beherrschung der Elektrolytstörungen gehört zum Pflichtteil des medizinischen Wissens. Für die Lektüre darf ich Ihnen viel Spaß und gute Erkenntnisse wünschen!