Dialyse aktuell 2019; 23(06): 258-263
DOI: 10.1055/a-0902-6623
Schwerpunkt | Nephrologie
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Die künstliche Niere

Eine Bestandsaufnahme
Milen Babic
1  Med. Klinik mit SP Nephrologie und Internistische Intensivtherapie, Standort Campus Benjamin Franklin, Charité – Universitätsmedizin Berlin
,
van der Giet Markus
1  Med. Klinik mit SP Nephrologie und Internistische Intensivtherapie, Standort Campus Benjamin Franklin, Charité – Universitätsmedizin Berlin
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Publication Date:
23 July 2019 (online)

ZUSAMMENFASSUNG

Angesichts des weltweiten Mangels an Transplantatnieren mehren sich die Bemühungen um eine künstliche Quelle für einen dauerhaften Nierenersatz. Durch ein besseres Verständnis der embryologischen Nierenentwicklung können mittlerweile Organoide aus induzierten Stammzellen gebildet werden, die auf niedrigem Niveau funktional sind. Problematisch bleibt die Herstellung einer höheren 3-dimensionalen Strukturierung, eine adäquate Blutversorgung und der Anschluss an die ableitenden Harnwege. Zur Lösung dieser Probleme werden verschiedene Ansätze verfolgt: Transplantation embryonaler Nierenanlagen, Neubesiedlung von dezellularisierten Nierengerüsten oder modernen Dialysefiltern sowie der Versuch der Strukturierung durch 3D-Drucken. Im vorliegenden Beitrag werden die gegenwärtig verfolgten Strategien zur Organogenese der Niere mitsamt der aktuell zu lösenden Probleme erörtert.