Rofo 2019; 191(12): 1073-1082
DOI: 10.1055/a-0891-1116
Review
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die endovaskuläre Therapie gastrointestinaler Blutungen

Article in several languages: English | deutsch
Anne Marie Augustin
Department of Diagnostic and Interventional Radiology, University-Hospital of Würzburg, Germany
,
Friederika Fluck
Department of Diagnostic and Interventional Radiology, University-Hospital of Würzburg, Germany
,
Thorsten Bley
Department of Diagnostic and Interventional Radiology, University-Hospital of Würzburg, Germany
,
Ralph Kickuth
Department of Diagnostic and Interventional Radiology, University-Hospital of Würzburg, Germany
› Author Affiliations
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Publication History

15 December 2018

19 March 2019

Publication Date:
26 April 2019 (online)

Zusammenfassung

Hintergrund Bei den gastrointestinalen (GI) Blutungen handelt es sich um ein relativ häufig auftretendes Krankheitsbild mit einem breiten Spektrum an zugrunde liegenden Ursachen. In einem Großteil der Fälle sind diese akuten Blutungen mit konservativen, medikamentösen oder endoskopischen Verfahren gut zu therapieren. Jedoch erfordert ein Anteil endoskopisch nicht identifizierbarer oder beherrschbarer nichtvariköser GI-Blutungen nach wie vor alternative, teils chirurgische Therapiekonzepte. Die aktuelle S2k-Leitlinie „Gastrointestinale Blutung“ räumt dabei der interventionellen Radiologie mit ihren minimalinvasiven endovaskulären Verfahren einen wichtigen Stellenwert ein.

Methodik In dieser Übersichtsarbeit wird die Rolle der interventionellen Radiologie in der Therapie nichtvariköser oberer und unterer gastrointestinaler Blutungen anhand der aktuellen Literatur sowie der neuen Leitlinie diskutiert. In diesem Kontext werden Indikationen, technische Durchführung, Ergebnisse und Komplikationen endovaskulärer Therapieverfahren thematisiert.

Ergebnisse und Schlussfolgerung Unter Abwägung interdisziplinärer Therapieoptionen stellt die leitlinienorientierte endovaskuläre Versorgung gastrointestinaler Blutungen mittels Embolisation und Implantation gecoverter Stents einen Behandlungsansatz mit guten technischen und klinischen Erfolgsraten sowie einer geringen Rate an Komplikationen dar. In diesem Zusammenhang sind fundierte Kenntnisse der Gefäßanatomie essenziell, um eine adäquate Hämostase herbeizuführen.

Kernaussagen:

  • Die interventionelle Radiologie kann in der Diagnostik und Therapie nichtvariköser gastrointestinaler Blutungen unterschiedlicher Ätiologie einen wichtigen Beitrag leisten.

  • Die S2k-Leitlinie „Gastrointestinale Blutung“ stellt hierbei die Grundlage für die Entscheidungsfindung zu einer endovaskulären Hämostase-Therapie dar.

  • Die Embolisation ist das Verfahren der ersten Wahl zur endovaskulären Behandlung gastrointestinaler Blutungen.

  • Ein adäquates periinterventionelles Management erhöht die Erfolgschancen der endovaskulären Therapie.

Zitierweise

  • Augustin AM, Fluck F, Bley T et al. Endovascular therapy of gastroinestinal bleeding. Fortschr Röntgenstr 2019; 191: 1073 – 1082