Akt Rheumatol 2019; 44(04): 213-214
DOI: 10.1055/a-0884-6905
Editorial
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

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Bernhard Hellmich
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Publication Date:
13 August 2019 (online)

Noch bis zur Jahrtausendwende basierten die Empfehlungen zur Behandlung systemischer Vaskulitiden überwiegend auf der retrospektiven Beschreibung von Kohorten einzelner größerer Zentren sowie auf wenigen und nach heutigen Standards qualitativ oft minderwertigen prospektiven Studien. Neue Erkenntnisse zur Immunpathogenese der Vaskulitiden, die Entwicklung neuer pathogenetisch begründeter Therapieverfahren und der Zusammenschluß einzelner Zentren zu multinationalen Studiengruppen ermöglichte in den vergangenen 15 Jahren die Durchführung qualitativ guter und aussagekräftiger Therapie- und Diagnosestudien. Diese neuen Studiendaten bildeten dann in jüngster Zeit die Grundlage für die Formulierung nationaler und internationaler Leitlinien und Empfehlungen (u. a. der EULAR und der DGRh) zu den ANCA-assoziierten Vaskulitiden, den Großgefäßvaskultiden (v. a. der Riesenzellarteriitis) und dem M. Behcet [1] [2] [3] [4]. Auch nach Erscheinen der genannten noch jungen Empfehlungen wurden bereits wieder neue Studiendaten publiziert, welche die Leitlinienempfehlungen teils bestätigen, teils aber auch widerlegen. Das vorliegende Heft mit dem Themenschwerpunkt Vaskulitiden soll diese neuesten Erkenntnisse zur Riesenzellarteriitis, den ANCA-assoziierten Vaskultiden und dem M. Behcet vor dem Hintergrund der aktuellen Leitlinien einordnen.