Tierarztl Prax Ausg G 2019; 47(02): 134-135
DOI: 10.1055/a-0876-0041
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Publication Date:
18 April 2019 (online)

DVG-Fachgruppe „Pathologie“: 62. Jahrestagung und 24. Schnittseminar

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Erhielt den 1. Posterpreis: Sonja Fiedler, hier mit Tagungsleiter Prof. Dr. Andreas Beineke. (Foto: DVG.)

Vom 1. bis 3. März führte die DVG-Fachgruppe „Pathologie“ ihre 62. Jahrestagung und das 24. Schnittseminar durch. Tagungs- und Fachgruppenleiter Prof. Dr. Andreas Beineke (Hannover) freute sich, etwa 280 Teilnehmer im bewährten Parkhotel Kolpinghaus in Fulda begrüßen zu dürfen. Auch DVG-Präsident Prof. Dr. Dr. h. c. Martin Kramer sprach Grußworte und betonte den Stellenwert, den das Fachgebiet Pathologie für die gesamte Veterinärmedizin einnimmt.

24. Schnittseminar

Das Thema des diesjährigen Schnittseminars lautete „Pathologie des Respirationstraktes“. Referent war Prof. Dr. Jeff Caswell (Guelph, Kanada), ein renommierter Pathologe und Experte auf diesem Gebiet. Er präsentierte spannende Fälle anhand histologischer Schnitte und stellte jeweils mehrere Differenzialdiagnosen vor, unter denen die Teilnehmer per Abstimmungsgerät wählen konnten. Die Auflösung und korrekte Diagnose folgten direkt im Anschluss. Auf diese Weise war das Schnittseminar besonders anschaulich und effektiv.


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Vortragsprogramm

Univ. Prof. Mag. DDr. Martin Grassberger (Wien, Österreich), Humanmediziner und Biologe hielt den Übersichtsvortrag „Die Welt aus der Sicht der Fliege – Forensik, Parasitologie, Therapie“. Die Präsentation war hochspannend und warf einen Blick über das Gebiet der Pathologie hinaus. Prof. Grassberger stellte verschiedene Fliegenarten und deren komplexen Lebenszyklus vor und ging auf die durch den Befall mit Fliegenmaden hervorgerufene Myiasis ein. Diese kann nicht nur in Tierbeständen zu erheblichen Ausfällen führen, sondern trat auch bei Kriegsverletzten z. B. im amerikanischen Bürgerkrieg und in den beiden Weltkriegen auf. Dabei wurde festgestellt, dass die Wunden von Überlebenden nach Entfernung der Maden sauberes Granulationsgewebe aufwiesen. Antimikrobielle Substanzen, welche die Maden produzierten, verhinderten zudem eine Sepsis. Diese Erkenntnisse werden heute genutzt, um schlecht heilende Wunden, z. B. Verletzungen an den Füßen von Diabetikern oder Druckgeschwüre, zu therapieren. Zu diesem Zweck werden extra gezüchtete und desinfizierte Maden auf die Wunden aufgebracht, um diese von nekrotischem Gewebe und auch von Bakterien zu reinigen. Auch in der forensischen Medizin können Fliegenmaden zu Erkenntnissen führen. So gibt das Entwicklungsstadium der Maden in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur und von weiteren Umweltbedingungen über den Todeszeitpunkt von Mensch oder Tier Auskunft.

Weitere Übersichtsvorträge hielten Prof. Joaquim Segalés (Barcelona, Spanien) zu „Emerging infectious diseases of swine“ sowie Prof. Dr. Hermann Ammer (München) zum Thema „Der erfolgreiche toxikologische Nachweis: Was ist zu beachten?“.

Die weiteren Vorträge gliederten sich in die Themenkomplexe „Klein- und Heimtiere“, „Zoo- und Wildtiere“, „Experimentelle Pathologie“ sowie „Groß- und Nutztiere“ und stellten die Ergebnisse aktueller Studien und Fallberichte vor.


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Poster und Posterpreise

43 Poster ergänzten die Tagung und wurden von den Autoren unter großem Zuspruch der Teilnehmer in ausführlichen Posterbegehungen erläutert. Als beste Poster wurden ausgezeichnet:

  1. Preis: Sonja Fiedler (München): „Quantitative Stereologie der Kiemen von Regenbogenforellen“

  2. Preis: Katharina Gregor (Hannover): „Rhinenzephaler Diprosopus bei einem Holstein-Kalb“

Im kommenden Jahr wird die Tagung der Fachgruppe vom 6. bis 8. März ebenfalls in Fulda stattfinden. Prof. Dr. Marion Hewicker-Trautwein (Hannover) wird das Schnittseminar zum Thema „Pathologie des Harntraktes“ leiten.

Der Tagungsband mit den Abstracts der Vorträge und Poster ist für 9,80 € zzgl. 2,50 € für Verpackung und Versand in der DVG-Geschäftsstelle erhältlich (info@dvg.de, Fax: 0641 25375).

Dr. Marion Selig, DVG-Geschäftsstelle


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