Notf.med. up2date 2019; 14(04): 377-393
DOI: 10.1055/a-0868-2242
Internistische Notfälle
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Akute respiratorische Insuffizienz bei chronischen Lungenerkrankungen

Tobias Scheschkowski
,
Stephan Budweiser
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Publication Date:
29 November 2019 (online)

Chronische Lungenerkrankungen bzw. Atemwegserkrankungen bilden einen wachsenden Teil innerhalb der internistischen Erkrankungsbilder und gewinnen daher stetig an Bedeutung. Exazerbationen mit akuter respiratorischer Insuffizienz sind komplex in der Behandlung, da oftmals verschiedene Maßnahmen wie Inhalation, Beatmung und intravenöse Therapie kombiniert werden müssen.

Kernaussagen
  • Innerhalb der respiratorischen Insuffizienz sind die ventilatorische und die pulmonale Insuffizienz zu unterscheiden.

  • Die Sauerstoffgabe sollte sich grundsätzlich an Zielwerten orientieren – blindes „viel hilft viel“ sollte vermieden werden.

  • Basis der Behandlung von chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und Asthma bronchiale stellt die inhalative Therapie dar. Eine adäquate Wirkstoffdeposition ist von vielen Faktoren abhängig.

  • Die orale Steroidtherapie ist der intravenösen nicht unterlegen. Wichtig ist der frühe Beginn.

  • Die Notwendigkeit einer antibiotischen Therapie wird maßgeblich durch das Sputum angezeigt, sodass die Indikation bereits prästationär gestellt werden kann.

  • Die nichtinvasive Beatmungstherapie ist unter Beachtung der Kontraindikationen der invasiven Beatmung vorzuziehen.

  • Die diffusen parenchymatösen Lungenerkrankungen (DPLD) sind heterogen und können gerade im Hinblick auf ihre Prognose nicht vereinheitlicht werden.