Phys Med Rehab Kuror 2019; 29(03): 128
DOI: 10.1055/a-0863-7188
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Rezension
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Zum Nachschlagen für die tägliche Praxis

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Publication Date:
19 June 2019 (online)

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Die Autoren richten sich an KollegInnen, die vor der Facharztprüfung stehen oder bereits in der ambulanten Versorgung tätig sind. Das Buch ist eher ein Kompendium – als Kitteltaschenbuch jedenfalls deutlich zu groß und schwer.

Die Aufmachung ist Thieme-typisch, im Softcover und haptisch einwandfrei. Das Buch zeigt sich in den Kapiteln gut strukturiert und übersichtlich.

Begonnen wird mit einem Einleitungsteil über 150 Seiten, der für meinen Geschmack deutlich zu lang geraten ist. FacharztkandidatInnen scheitern sicher nicht an Unwissenheit über die Modalitäten der Facharztausbildung oder die Bedeutung der Allgemeinmedizin in Deutschland.

Mit Seite 152 beginnt der Teil, weswegen man sich das Buch kaufen sollte. Benannt als „Akute Sprechstunde – vom Symptom zur Diagnose“ werden vom Patienten beklagte Symptome wie „Kopfschmerz“, „Bauchschmerz“, „Schwindel“, „Husten“ oder „Juckreiz“ aufgeführt. Das ist die Praxisrelevanz, die das Werk ausmacht. Nach einer kurzen Beschreibung folgen differentialdiagnostische Erwägungen, Möglichkeiten zur Diagnostik in der Praxis und letztlich, so vorhanden, Hinweise auf aktuelle Leitlinien. Diese Gliederung ist zum schnellen Nachschlagen perfekt.

Im Weiteren werden therapeutische Hinweise gegeben, eher als Überblick. Aus meiner Sicht für ein solches Buch ausreichend. Sehr gut finde ich, dass neben der üblichen medikamentösen Therapie auch komplementäre, ernährungs- und bewegungstherapeutische Aspekte angesprochen werden.

Zuletzt werden ausgewählte Krankheitsbilder, die in der Hausarztpraxis häufig von Relevanz sind, angesprochen. Dieser Teil nimmt ungefähr die Hälfte des Buches ein. Die Auflistung folgt alphabetisch, was das Auffinden erleichtert und für den oben beschriebenen Einsatz prädestiniert. Wo es sich anbietet, endet die Besprechung einer Erkrankung mit einem Merkkasten „abwendbarer gefährlicher Verlauf“. Das hilft Fehler zu vermeiden, die zu einer Eskalation des Krankheitsverlaufes führen können.

Zusammenfassend halte ich dieses Buch für gut gelungen. Der erste Teil ist aus meiner Sicht überflüssig.

Stefanie Best, Orlamünde