Aktuelle Urol
DOI: 10.1055/a-0839-8972
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

6 Jahre Blasenblog: Chancen und Nutzen eines Tools in den neuen Medien

6 years of bladder blog: chances and benefits of a tool within the “new media”
Andreas Wiedemann
1  Ev. Krankenhaus Witten gGmbh, Klinik für Urologie, Witten
,
Udo Hermanns
2  IFEM Multimedia GmbH Simmerath, IFEM Multimedia GmbH Simmerath, Simmerath
,
Gert Naumann
3  HELIOS Klinikum Erfurt, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Erfurt
,
Hans-Jürgen Heppner
4  Universität Witten/Herdecke Department für Humanmedizin, Lehrstuhl für Geriatrie, Witten
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
21 May 2019 (online)

Zusammenfassung

Fragestellung Webbasierte Informationen rund um das Thema Harninkontinenz sind selten – insbesondere, wenn sie die Möglichkeiten eines „Blogs“, d. h. einer tagebuchartigen, ständig mit neuen Informationen versehenen Website mit zusätzlicher Fragemöglichkeit bieten. Einen solchen Blog, der von der Firma Dr. Pfleger in Bamberg betrieben wird, betreuen die Autoren des Beitrages ehrenamtlich. Akzeptanz und Stellenwert sollten nun 2 Jahre nach einem Relaunch reevaluiert werden.

Methodik 6 Jahre nach Beginn des Blogs und 2 Jahre nach Relaunch der Homepage wurden die hier enthaltenen Fragen, die Blog-Beiträge und die Effekte in „Google Analytics“ und anderen Analysetools stichprobenhaft evaluiert. Die 108 „Teaser“ – kleine, blogadaptierte, informative Artikel zu bestimmten Themen rund um die Harninkontinenz – führten im Analysemonat November 2018 durch ihre Stichworte bei Suchanfragen in Google zu den dargestellten Ergebnissen in „Google Analytics“ (Position = durchschnittliche Position in den Google-Ergebnissen bei allen Anfragen mit einem bestimmten Keyword, Impressionen = Häufigkeit der Anzeige in den Suchergebnissen bei Google, Klicks = Häufigkeit des Aufrufs, Click-Through-Rate [CTR] = Klicks/Impressionen, Position = Anzeige auf den Google-Ergebnis-Seiten an Position …).

Ergebnisse Bei 38 Stichwörtern, die tatsächlich von Besuchern in das Google-Suchfenster eingetragen wurden und mindestens 20 Klicks erreichten, gelang es, die Position 1 der Ergebnisanzeige bei Google zu erzielen, bei weiteren 60 Stichwörtern, unter die ersten 10 Anzeigen der Google-Ergebnisse zu gelangen. Dies ging einher mit einer entsprechend hohen CTR, d. h. tatsächlichem Einstieg in die Seite über die reine Anzeige hinaus. Die Website hatte im Analysemonat November 2018 insgesamt 30 669 Seitenaufrufe. Die häufigste Zahl von Klicks bzw. Impressionen absolut verzeichnete das Thema „suprapubisch oder transurethral“ mit 1344 Klicks und 21 357 Impressionen.

Insgesamt ließen sich aus dem Fragenbereich des Blogs 164 Fragen analysieren. Diese kreisten überwiegend um das Thema „Überaktive Blase“ und „Harninkontinenz“ ([Abb. 2]) und wurden überwiegend von Frauen gestellt (92 × weiblich, 38 × männlich, 34 × anhand des Nicknames nicht zu bestimmen. Bei 33 Fragen entspannte sich mit Rückfragen und erneuten Antworten eine Kommunikation mit den Experten in bis zu 7 Schritten. Die Fragen offenbarten inhaltlich häufig einen komplikativen Verlauf einer Behandlung (4 Wochen nach Hysterektomie kompletter Urinverlust, der sich „auswachsen“ soll) oder eine unverständlich rudimentäre Diagnostik („mein Arzt sagt, er könne meine therapieresistente Überaktive Blase auch mit Anamnese und Urinstatus behandeln“).

Schlussfolgerungen Der „Blasenblog“ ist ein stetig intensives und häufig von Frauen in Anspruch genommenes, niederschwelliges Angebot der Information rund um das Thema „Harninkontinenz“. Durch die regelmäßig eingestellten „Teaser“ gelingt es, bei Suchanfragen in Google häufig auf die erste Seite der Google-Ergebnisse zu gelangen und eine hohe Quote an tatsächlichen Besuchen der Seite zu erzielen. In den gestellten Fragen offenbart sich häufig ein längerer Leidensweg und leider auch – soweit aus den Schilderungen ablesbar – eine gelegentliche unzureichende Kompetenz der Behandelnden.

Abstract

Introduction Web-based information about urinary incontinence is rather rare, especially including features of a „blog“ with periodically published „teasers“, small informative articles for patients. The contemporary blog „the bladder“ is operated by Dr. Pfleger, Bamberg and attended by Prof. Dr. A. Wiedemann and Dr. G. Naumann as consulting experts. Acceptance and status of the „bladder blog“ should be re-assessed.

Methods 6 years after the start of the project and 2 years after the relaunch of the underlying homepage the ranking of the blog in web-based keyword-searches was analyzed. Included questions, the blog-teasers and their effect in the ranking in Google results were evaluated with „Google Analytics“ and other analysis tools with the items „position“ (average position in Google results of all requests leading to the bladder blog), „impression“ (frequency of mentioning the blog in Google results) and the „click-through rate“ (pro-active visits of the homepage after being shown in Google in relation to the „impressions“).November 2018 served as the reference month.

Results 38 keywords that were really entered by users and reached at least 20 clicks lead to a number 1 ranking in Google results, further 60 keywords lead to a result within the first 10 notifications in Google. These resulted in a high click-through-rate – the real view of the blog homepage after being simply indicated by Google. The website had a total of 30,669 pageviews in November 2018. The highest amount of clicks and impressions was recorded by the blog-article “suprapubic or transurethral” 1344 clicks und 21.357 impressions.

In total, 164 questions within the blog were collected. These dealt predominantly with the topics „urinary incontinence“ and „overactive bladder“ and were predominantly posed by females (92 female, 38 male, 34 not evaluable by considering the nickname). 33 questions led to an inquiry-response circle containing up to 7 steps. The questions often showed a severe and complicated disease (e. g. complete urinary loss 4 weeks after hysterectomy which should be awaited) or an incomprehensible lack of diagnostic tools („my doctor is convinced to deal with a therapy resistant overactive bladder after several pharmaceutic attempts only by anamnestic information and urine analysis).

Conclusion The „bladder blog“ is a more and more intensively used, low-threshold information tool predominantly used by females around the topic “urinary incontinence”. Regularly published blog-articles succeed in highly relevant results in Google searches. The incoming questions often show a severe and complicated disease and sometimes – as analyzable in the questions – a lack of expertise of the practitioners.