Geriatrie up2date 2019; 1(01): 11-15
DOI: 10.1055/a-0837-8806
Schritt für Schritt
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Nystagmus – Schritt für Schritt

Michael Strupp
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
27. März 2019 (online)

Ihr Patient klagt über Verschwommensehen, laufende oder hüpfende Bilder, Doppelbilder, Schwankschwindel, akuten Drehschwindel oder Gangunsicherheit. Sie schauen in die Augen, Sie sehen einen Nystagmus. Was ist nun zu tun? Genau hinschauen und beschreiben!

Klinisches Fazit
  • Genau hinschauen und einfach Richtung, Form und Bedingung, unter der der Nystagmus auftritt oder sich verändert, beschreiben, da die diagnostischen Kriterien auf Ihrer Beschreibung beruhen.

  • Klinische Untersuchung auf einen a) Spontannystagmus in Primärposition ohne und mit Frenzel-/M-Brille zur Beurteilung, ob durch Fixation unterdrückbar oder nicht, b) Blickrichtungsnystagmus im Seit-, Auf- und Abblick, c) Kopfschüttelnystagmus und d) Lagerungsnystagmus

  • Weshalb ist es wichtig, die verschiedenen Nystagmusformen zu erkennen und zu differenzieren? Es erlaubt die Unterscheidung zwischen zentralen (Hirnstamm oder Kleinhirn, [Tab. 1] und [Abb. 2]) und peripheren Störungen, was unmittelbar weitere diagnostische und therapeutische Konsequenzen hat. Viele Nystagmusformen lassen sich heute therapieren, wie der Downbeat- und Upbeat-Nystagmus mit 4-Aminopyridin (Übersicht in [6]), der periodisch-alternierende Nystagmus mit Baclofen (Übersicht in [1]) oder die verschiedenen Formen eines BPPV mit spezifischen Befreiungsmanövern.