Diabetes aktuell 2019; 17(02): 56-60
DOI: 10.1055/a-0836-1665
Schwerpunkt
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Umstellung auf Insulin bei Typ-2-Diabetes

Wie kann der Einstieg erleichtert werden?
Peter Borchert
1  Augsburg
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Publication Date:
10 April 2019 (online)

ZUSAMMENFASSUNG

Der Einstieg in die Insulintherapie ist alles andere als eine lineare, eindimensionale Herausforderung: Insulin löst beim Patienten nicht selten eine schwere Lebenskrise aus, mit ganz individuellen Sorgen und Anliegen. Eine Insulintherapie braucht die Motivation des Patienten zur eigenständigen Therapie(durch)führung. Die meiste Zeit entscheidet und handelt er in seinem Alltag allein. Erst, wenn dem Patienten seine Bedenken genommen werden können, ist eine bewusste und nachhaltige Entscheidung für die Insulintherapie möglich. Statt einem eindeutigen Ja oder Nein zur Therapie bewegen den Patienten ambivalente Überlegungen. Natürlich ist dem Menschen seine Gesundheit wichtig, aber er verwaltet immer auch seine Gesamtgesundheit. Im ärztlichen Gespräch sollten diese Ambivalenzen exploriert und verbalisiert werden. Das Gefühl der Autonomie motiviert. Entscheidungsspielräume stärken die Autonomie und unterstützen die patienteneigene Entscheidungsfindung. Schulung gibt Sicherheit und reduziert Angst. Ein Fertigkeitstraining stärkt die erlebte Selbstwirksamkeit und sichert die Therapieumsetzung wesentlich. Wir verfügen über gemeinsame, qualitätsgesicherte Leitfäden zum Fertigkeitstraining. Schulung und Anleitung sollten sofort, zum Zeitpunkt der Therapieentscheidung bereitstehen. Modulare Schulungskonzepte ermöglichen die dafür notwendige Flexibilität. Hier liegen die Schulungskonzepte der Zukunft.