Laryngo-Rhino-Otol 2019; 98(07): 506-519
DOI: 10.1055/a-0834-0336
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Diced Cartilage bei Nasenkorrekturen

Diced cartilage used in rhinoplasty procedures
Claudia Völklein
,
Herbert Riechelmann
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Publication Date:
10 July 2019 (online)

Zusammenfassung

Eine ebenmäßig und ästhetisch modellierte Oberfläche des Nasenrückens und der Nasenspitze ist das erwünschte Endergebnis septorhinoplastischer Eingriffe sowohl für den Operateur als auch für den Patienten. Beim Einsatz von DC im Rahmen der Septorhinoplastik und in den Variationen des DCF (Diced Cartilage Framework) werden bevorzugt autologe Materialien mit hoher Biokompatibilität und damit minimiertem Risiko für Infektionen und Abstoßung verwendet. Histologische Untersuchungen postulieren für den DC und das DCF ein regeneratives Potenzial mit Zugaben von PRF (Platelet rich Fibrin) aus dem eigenen Plasma des Patienten. Die Herstellung des DC und des DCF aus autologem Knorpel ist leicht zu erlernen und kann von der Operationsassistenz parallel zum Eingriff vorbereitet werden. Die Zubereitung des PRF ist standardisiert. Form und Größe der Diced-Cartilage-Grafts sind sehr variabel, ebenso wie der Ort der Applikation an der Nase. Der geschnittene Knorpel kann frei unter die Haut appliziert werden oder als DCF mit autologer Faszie, Perichondrium und aPRF (Advanced Platelet rich Fibrin) Clot umhüllt werden. Der DCF-Graft kann einige Tage nach dem Einsetzen noch nachmodelliert werden. Es sollte keine Überkorrektur erfolgen, denn der Graft verbleibt in der Masse konstant und wird nicht resorbiert. DC und DCF-Grafts sind nicht strukturverbessernd und nur zur Modellierung der Kontur geeignet, sie können als ergänzende Komponente nach einem strukturverbessernden Aufbau der inneren Stützstrukturen der Nase eingesetzt werden. Die Anpassung und Anwendung des DC und des DCF erfolgt somit immer zum Ende der septorhinoplastischen Operation. Die einfache Anwendung und die Flexibilität dieser Technik mit dem Ziel eines modellierbaren, sich schnell in die Kontur des Nasenrückens integrierenden Graft überzeugen sowohl bei FDC (freiem DC) als auch beim DCF. Sie können zur routinemäßigen Anwendung für die Modellierung der Kontur bei einer Septorhinoplastik empfohlen werden.

Sowohl bei der primären Septorhinoplastik als auch bei der Revisionschirurgie wird autologes Knorpelmaterial zur Modellierung der äußeren Nasenkontur verwendet. Dabei kamen bisher meist weichbearbeitetes Knorpelmaterial, sog. Crushed Cartilage, oder solide Knorpelelemente zur Anwendung. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die Möglichkeiten und Vorteile einer neuen Knorpelaufbereitungsmethode, des Diced Cartilage.

Abstract

An even and aesthetically modelled surface of the nasal dorsum and the tip of the nose is the desired end result of septorhinoplasty procedures for both the surgeon and the patient. When using DC for septorhinoplasty and the variations of the DCF (diced cartilage framework), almost only autologous materials with high biocompatibility and a consecutively minimized risk of infection and rejection are preferred. Histological investigations postulate a regenerative potential for DC and DCF by adding PRF (platelet rich fibrin) from the patientʼs own plasma. The production of DC and DCF from autologous cartilage is easy to learn and can be prepared by the surgical assistant parallel to the procedure. The preparation of the PRF is standardized. The shape and size of the DC grafts are very variable, as is the place of application at the nose. The DC can be applied freely under the skin or wrapped as a framework (DCF) with autologous fascia, perichondrium and aPRF (advanced platelet rich fibrin) clot. The DCF graft can still be resculpted a few days after insertion. No overcorrection should take place, as the graft remains constant in mass and is not resorbed. DC and DCF grafts do not improve the structure and are only suitable for contour modelling. They can be used as a complementary component after a structure-improving build-up of the internal supporting structures of the nose. The adaptation and application of the DC and the DCF therefore always take place at the end of the septorhinoplasty procedure. The ease of use and flexibility of this technique with the goal of a quickly modelable grafts integrating into the contour of the nasal dorsum convince both for FDC (free diced cartilage) and for DCF and can be expressed as a recommendation for routine use for contour modelling in septorhinoplasty.