Laryngo-Rhino-Otol 2019; 98(07): 500-502
DOI: 10.1055/a-0829-6950
Der interessante Fall
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Eine seltene Ursache der chronischen Otitis media

A rare differential diagnosis of chronic otitis media
Natalie Fischer
,
Gerlig Widmann
,
Daniel Dejaco
,
Joachim Schmutzhard
Further Information

Publication History

Publication Date:
24 January 2019 (eFirst)

Kasuistik

Ein 53-jähriger Patient wurde aufgrund einer seit 2 Monaten bestehenden beidseitigen Hörminderung, welche sich in den Tagen zuvor am rechten Ohr zunehmend verschlechtert habe, vorstellig. Des Weiteren kam es in den letzten Tagen zu einem zunehmenden Druckgefühl und Schmerzen am rechten Ohr.

Bei der klinischen Untersuchung zeigten sich ein beidseitiger Paukenerguss mit beginnender Gefäßinjektion am rechten Trommelfell sowie ein Gewebeplus im Nasenrachen ([ Abb. 1a ]). Im Tonaudiogramm zeigte sich eine beidseitige kombinierte Schwerhörigkeit ([ Abb. 1c ]).

Zur weiteren Abklärung wurde eine Schädel-Computertomographie durchgeführt. Dort zeigten sich eine nichtinvasive Weichteilvermehrung am Nasenrachendach sowie Verdichtungen im Felsenbein beidseits ohne Destruktionszeichen ([ Abb. 2 ]).

Bei der Verlaufskontrolle nach 2 Wochen zeigte sich eine beidseitige Trommelfellperforation mit eitriger Sekretion ([ Abb. 1b ]). Zusätzlich beklagte der Patient ein retrosternales Brennen. Als Vorerkrankung war ein Diabetes mellitus Typ 2 bekannt, mit einem HbA1C von 10,6 %.

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Abb. 1 Klinischer Befund des Nasopharynx a und Tonaudiogramm c bei Erstvorstellung, sowie Otoskopiebefund bei Wiedervorstellung nach 2 Wochen mit großer Trommelfellperforation und eitriger Otorrhoe b.
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Abb. 2 Im CT zeigten sich Verdichtungen im Felsenbein bds. ohne Destruktionszeichen.

Bei V. a. chronische Otitis media mit Differenzialdiagnose einer Tuberkulose oder granulomatöse Polyangiitis (GPA) wurde der Patient zur weiteren Abklärung stationär aufgenommen.