Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-0829-6494
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Trends in der Prävalenz von Demenz und Parkinson – Eine Analyse auf Basis aller gesetzlich versicherten Personen im Alter 65+in Deutschland zwischen 2009 und 2012

Trends in the Prevalence of Dementia and Parkinson’s Disease: An Analysis Based on Health Claims Data from all German Statutory Health Insurance Funds for Persons aged 65+in Germany 2009–2012
Michael Nerius
1  Deutsches Zentrum fur Neurodegenerative Erkrankungen, Demografische Studien, Rostock
2  Institut für Soziologie und Demographie, Universitat Rostock, Rostock
3  Rostocker Zentrum zur Erforschung des demografischen Wandels, Rostock
,
Uta Ziegler
2  Institut für Soziologie und Demographie, Universitat Rostock, Rostock
,
Gabriele Doblhammer
1  Deutsches Zentrum fur Neurodegenerative Erkrankungen, Demografische Studien, Rostock
2  Institut für Soziologie und Demographie, Universitat Rostock, Rostock
3  Rostocker Zentrum zur Erforschung des demografischen Wandels, Rostock
4  Max-Planck-Institut für Demografische Forschung, Rostock
,
Anne Fink
1  Deutsches Zentrum fur Neurodegenerative Erkrankungen, Demografische Studien, Rostock
3  Rostocker Zentrum zur Erforschung des demografischen Wandels, Rostock
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Publication Date:
21 March 2019 (online)

Zusammenfassung

Ziel Durch die Bevölkerungsalterung wird es einen Anstieg von Personen mit Demenz (DEM) und der Parkinson-Krankheit (PD) geben. Für eine verlässliche Public-Health-Planung ist es Ziel dieser Studie, Prävalenzen und Trends von Prävalenzen von DEM und PD für Deutschland zu ermitteln.

Methodik Für die Jahre 2009 bis 2012 wurden auf Basis einer Vollerhebung der Daten der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKVs) geschlechtsspezifische Periodenprävalenzen für fünfjährige Altersgruppen von DEM und PD berechnet. Zeittrends wurden mittels einer negativen Binomialregression geschätzt.

Ergebnisse Im Jahr 2012 und Alter 65+lag die rohe Prävalenz für DEM bei 7,9% und für PD bei 2,2%. Zwischen 2009 und 2012 war ein durchschnittlicher Rückgang der DEM-Prävalenz für über 65-jährige Frauen und Männer um 1,2% pro Jahr zu verzeichnen. Für PD finden wir gleichbleibende Raten zwischen 2009 und 2012 für Männer und einen Rückgang von 0,5% pro Jahr bei den Frauen.

Schlussfolgerung Eine Reduzierung der DEM-Prävalenz von 1,2% pro Jahr kann dem Anstieg der Personen mit DEM aufgrund der Bevölkerungsalterung in den kommenden Jahren zumindest teilweise entgegenwirken. Bei PD hingegen zeichnet sich derzeit nur bei den Frauen eine Reduktion der Prävalenz ab.

Abstract

Objectives There will be an increase in the number of people with dementia (DEM) and Parkinson’s disease (PD) with the ageing of the population. The aim of the study was to calculate prevalences and trends of prevalences for DEM and PD in Germany to enable reliable public health planning.

Methods For the years 2009–2012, sex-specific period prevalences of DEM and PD for 5-year age-groups based on health claims data from all German statutory health insurance funds were calculated. Time trends were estimated using a negative binomial regression.

Results In 2012 and for persons aged 65 or older, the crude prevalence was 7.9% for DEM and 2.2% for PD. Between 2009 and 2012, a mean decrease of the DEM prevalence by 1.2% per year was found for women and men above age 65. For PD we found constant rates between 2009–2012 among men and an annual mean decrease of PD prevalence of 0.5% among women.

Conclusion A reduction of the DEM prevalence by 1.2% per year could partially counterbalance the increase of people with dementia resulting from ageing population. For PD we found decreasing prevalences only among women.