Frauenheilkunde up2date 2019; 13(04): 355-365
DOI: 10.1055/a-0828-4046
Gynäkologische Onkologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Lymphonodektomie beim Vulvakarzinom: Wann und wie vorgehen?

Wolfgang Weikel
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
22. August 2019 (online)

Der Lymphknotenstatus gilt beim Vulvakarzinom als wichtigster Prognosefaktor. Die radikale Lymphonodektomie (LNE) bedarf einer differenzierten Indikationsstellung unter Berücksichtigung von Rezidiv- und Komplikationsrisiken. Die Sentinel-Lymphonodektomie (SLNE) als individuelle Behandlungsalternative ist bei ebenso differenzierter Indikationsstellung durch Leitlinien und jüngere Studien hinsichtlich ihrer Anwendung evaluiert.

Kernaussagen
  • Standard der systematischen Lymphonodektomie ist eine Resektion der oberflächlichen (inguinalen) und der tiefen (femoralen) LN.

  • Bis zu einer Invasionstiefe von 1 mm ist keine Lymphonodektomie indiziert.

  • Gegebenenfalls ist prätherapeutisch ein Vulva-Mapping erforderlich, um über das Ausmaß der LNE zu entscheiden.

  • Die operative Therapie der Leistenlymphknoten bedarf einer subtilen Planung und einer detaillierten Patientinnenaufklärung.

  • Eine enge Kooperation zwischen Gynäkologie, Pathologie und Strahlentherapie ist notwendig.

  • Am besten sind diese Voraussetzungen in einem Zertifizierten Gynäkologischen Krebszentrum mit prä- und posttherapeutischem interdisziplinären Tumorboard zu erfüllen.

  • Obwohl auf dem Teilgebiet der Lymphknotenentfernung neue Studien publiziert wurden, bedarf es weiterer wissenschaftlicher Evaluation.