Aktuel Ernahrungsmed 2019; 44(01): 43-45
DOI: 10.1055/a-0822-7013
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Freiwilliger Verzicht auf Flüssigkeit und Nahrung – Sterbefasten als ein Ausweg am Lebensende?

Voluntary Refusal of Food and Fluids – Fasting to Die as a Solution at the End of Life?
Martina Schmidhuber
Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Universität Erlangen-Nürnberg
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Publication Date:
19 February 2019 (online)

Zusammenfassung

Freiwilliger Verzicht auf Flüssigkeit und Nahrung (FVFN), auch als Sterbefasten bezeichnet, ist ein umstrittenes Phänomen im medizinischen und pflegerischen Setting. Es handelt sich um eine freiverantwortliche Entscheidung eines Patienten, die im Zustand der Einsichtsfähigkeit getroffen wird. Dennoch haben Mediziner, Pflegende und Angehörige häufig ein ethisches Problem mit dieser Entscheidung. Teilweise wird diese Entscheidung sogar mit Suizid in Verbindung gebracht. Im vorliegenden Standpunkt wird argumentiert, warum Sterbefasten ein würdiger Abschied aus dem Leben sein kann und es sich um ein Sterben-Zulassen und nicht um Suizid handelt.

Abstract

Voluntary refusal of food and fluids, also known as fasting to die, is a controversial phenomenon in medical and nursing setting. It is a free responsible decision of a patient in ability of reason. However physicians, nurses and relatives could have an ethical problem with this decision. Sometimes this decision is connected with suicide. In the following article I will argue why fasting to die could be a decent leave from life and why fasting to die is letting die and not suicide.