Z Orthop Unfall
DOI: 10.1055/a-0820-6142
Original Article/Originalarbeit
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Machbarkeitsstudie zum Einsatz verschiedener Patient-related Outcome Measurements in einem zertifizierten EndoProthetikZentrum

Article in several languages: English | deutsch
Katrin Osmanski-Zenk
Orthopädische Klinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Rostock
,
Anastasia Oskina
Orthopädische Klinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Rostock
,
Rainer Bader
Orthopädische Klinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Rostock
,
Wolfram Mittelmeier
Orthopädische Klinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Rostock
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Publication Date:
04 June 2019 (eFirst)

Zusammenfassung

Hintergrund Ziel der Studie ist es, Patienten auf Basis von Patient-related Outcome Measurements (PROMs; Oxford Hip Score, European Quality of Life Scale, EndoCert-Risk-Score) zu identifizieren, bei denen sich die Gelenkfunktion und das Schmerzniveau nicht verbessert haben. Es soll untersucht werden, ob der Bedarf einer Nachuntersuchung und etwaiger Re-Interventionen durch einen Score vorausgesagt werden kann. Zudem wurden ergänzende Nebenzielkriterien, wie der Einfluss von Komplikationen auf die Score-Ergebnisse, die Erhebung der Rücklaufquote und die Ausfüllqualität des Fragenbogens überprüft, um Mindestanforderungen festlegen zu können.

Material und Methoden Mitglieder der EndoCert-Zertifizierungskommission entwickelten einen Fragebogen, der prä- (Indikationsstellung) und postoperativ (vor stationärer Entlassung und nach 3 Monaten) eingesetzt wurde. Eingeschlossen wurden 112 primäre Hüftendoprothesen und 25 Hüftendoprothesenwechsel nach der Versorgung an einem EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung.

Ergebnisse Die Rücklaufquote betrug 80%. BMI (≥ 25), ASA-Klassifizierung (≥ 3), Alter (≥ 65 Jahre) sowie der Messzeitpunkt beeinflussen die Ausfüllqualität negativ. Im EndoCert-Risk-Score konnten signifikante Verbesserungen (p ≤ 0,05) in Bezug auf die Schmerzen erreicht werden, während sich die Gelenkfunktion unter Betrachtung der Nutzung von Gehhilfen und in Abhängigkeit von fremder Hilfe nicht verbesserte. Die Ergebnisse belegen keine Korrelation zwischen einer Komplikation und einem schlechteren Score-Wert. Des Weiteren konnte belegt werden, dass patientenbezogene Eigenschaften oder perioperative Einflüsse (Alter, BMI und OP-Dauer) nicht mit der Eintrittswahrscheinlichkeit einer Komplikation einhergehen.

Schlussfolgerung Es zeigte sich, dass Oxford Hip Score und EQ-5D nicht negativ durch eine Komplikation während des Krankenhausaufenthaltes beeinflusst werden. Die Auswertung des EndoCert-Risk-Scores belegte keine Verbesserung zwischen prä- und postoperativen Werten hinsichtlich der Funktion, jedoch zeigte sich eine signifikante Linderung des Schmerzes. Eine weitere Studie sollte mit einer ergänzenden systematischen Nachuntersuchung die postoperative Entwicklung der Schmerzintensität nach 3 Monaten prüfen. Somit könnten weitere Erkenntnisse gewonnen werden, ob der EndoCert-Risk-Score ein Werkzeug sein kann, Patienten mit einem nicht erreichten Behandlungsziel zu identifizieren.