Dialyse aktuell 2018; 22(S 01): S9-S13
DOI: 10.1055/a-0799-7486
Schwerpunkt | Nephrologie
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Kalziphylaxie 2018

Noch kein Durchbruch, aber Licht am Ende des Tunnels
Vincent M. Brandenburg
Klinik für Kardiologie und Nephrologie, Rhein-Maas Klinikum Würselen, Akademisches Lehrkrankenhaus der RWTH Aachen, Würselen
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
18 December 2018 (online)

Zusammenfassung

Die Kalziphylaxie (kalzifizierende urämische Arteriolopathie) ist eine seltene, aber dramatische Spielart der Weichteilverkalkung bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz. Noch seltener ist sie auch bei Patienten ohne nennenswerte Nierenerkrankung [1]. Die Kalziphylaxie ist eine diagnostische und vor allem therapeutische Herausforderung. Sie trifft die Patienten mit heftigen Einschränkungen der Lebensqualität und ist trotz aller Fortschritte immer noch mit einem hohen Mortalitätsrisiko behaftet. Die Ätiologie der Kalziphylaxie ist nur teilweise verstanden und in der Therapie sind große Lücken hinsichtlich evidenzbasierter Standards zu beklagen. Betroffene Patienten sollten in einem interdisziplinären Team und gegebenenfalls in einem spezialisierten Zentrum betreut werden. Allerdings spricht unsere Erfahrung aus solchen überregionalen Behandlungszentren für einen Rückgang der Erkrankungsziffern und ein besseres Ansprechen der Therapie. Die Kooperation mit überregionalen Registern und Netzwerken, Aufklärungskampagnen sowie eine verbesserte Sensibilität im Umgang mit ausschaltbaren Risikofaktoren könnten daher in den letzten Jahren doch Früchte getragen haben.