Z Phytother 2019; 40(01): 4-8
DOI: 10.1055/a-0794-7407
Forschung
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Cranberry-Extrakt moduliert die Freisetzung von antiadhäsivem Tamm-Horsfall-Protein aus der Niere

Birte Scharf
Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie, Universität Münster
,
Andreas Hensel
Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie, Universität Münster
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Publication History

Publication Date:
17 January 2019 (eFirst)

Zubereitungen aus den Beerenfrüchten der Großfrüchtigen Moosbeere (Vaccinium macrocarpon Aiton), besser bekannt als Cranberry-Früchte [Abb. 1], werden zur Prävention und teilweise auch zur begleitenden Therapie unkomplizierter Harnwegsinfektionen (UTI, urinary tract infections) eingesetzt und durchaus häufig in der Apotheke nachgefragt.

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Abb. 1 Blüten und Beerenfrüchte der Großfrüchtigen Moosbeere (Vaccinium macrocarpon) mit den 4 typischen Luftkammern in den Früchten; deutlich erkennbar sind die heraushängenden Staubfäden, die die Blüte an einen Kranichschnabel erinnern lassen, daher auch der Name Kranich-Beere, engl. Cranberry. Fotos: Universität Münster

Der zugrunde liegende Wirkungsmechanismus von Cranberry-Extrakten für diese Anwendung ist bisher nicht eindeutig geklärt, allerdings wird allgemein davon ausgegangen, dass die Adhäsion von uropathogenen E. coli (UPEC) an die Epithelien des Blasen-Nieren-Gewebes gehemmt wird [1].

Die Ergebnisse klinischer Untersuchungen von Cranberry-Zubereitungen zur Prävention von UTI sind Bestandteile eines systematischen Cochrane-Reviews, der mittlerweile Updates erfahren hat, was zum einen die Vielzahl an Studien belegt, aber auch das hohe öffentliche Interesse an der Anwendung von Cranberry-Zubereitungen. Während ursprünglich die klinische Evidenz von Cranberry-Zubereitungen durchaus positiv bewertet wurde, führte der Einschluss weiterer Studien in der letzten Metaanalyse [2] zu einer deutlichen Abschwächung der vorliegenden Evidenz.