Fortschr Neurol Psychiatr
DOI: 10.1055/a-0759-1957
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Das ZI-Track-Konzept in der modernen Psychiatrie: Eine syndromspezifische sektorenübergreifende Behandlung

Teil 2 – Praktische UmsetzungThe CIMH Track Concept in Psychiatry: Syndrome-specific Treatment across ModalitiesPart 2 – Practical implementation
Dusan Hirjak
1  Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim, Deutschland
,
F. Markus Leweke
1  Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim, Deutschland
2  Brain and Mind Centre, The University of Sydney, Sydney, Australia
,
Michael Deuschle
1  Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim, Deutschland
,
Claus Staudter
1  Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim, Deutschland
,
Doris Borgwedel
1  Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim, Deutschland
,
Maria Coenen-Daniel
1  Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim, Deutschland
,
Marco Heser
1  Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim, Deutschland
,
Katrin Erk
1  Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim, Deutschland
,
Andreas Beivers
3  Fachbereich Wirtschaft und Medien, Hochschule Fresenius, München, Deutschland
,
Andreas Meyer-Lindenberg
1  Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim, Deutschland
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Further Information

Publication History

eingereicht 05 April 2018

akzeptiert 07 October 2018

Publication Date:
07 February 2019 (eFirst)

Zusammenfassung

Um den aktuellen Herausforderungen in der Behandlung psychisch kranker Patienten gerecht zu werden, müssen neue Versorgungsstrukturen implementiert werden. Das „Track-Konzept“ bietet eine vielversprechende Alternative zu den aktuellen Behandlungsmodellen. Unverzichtbar ist dabei die Berücksichtigung der aktuellen ethischen und rechtlichen Grundlagen welche ausdrücklich die Reduktion der Zwangsmaßnahmen befürworten. Zentrale Ziele einer settingübergreifenden „Track-Einheit“ sind ferner die Förderung der Patientenautonomie, setting-übergreifende Behandlungskontinuität, Verbesserung der Therapieadhärenz und Reduktion stationärer Behandlungszeiten durch flexiblere Interventionen. Obwohl das „Track-Konzept“ eine Weiterentwicklung zum bisherigen Versorgungsmodell hat, empfiehlt sich seine Etablierung innerhalb einer psychiatrischen Klinik schrittweise zu gestalten, da eine Reihe von Veränderungen auf verschiedenen Ebenen erforderlich sind. Im ersten Abschnitt dieser Arbeit werden diese notwendigen organisatorischen Veränderungen am Beispiel des Mannheimer Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) vorgestellt. Im zweiten Abschnitt wird dann der notwendige bzw. hilfreiche räumliche Rahmen dargestellt. Im dritten Abschnitt gehen wir auf die sozioökonomischen Vorteile des „Track-Konzeptes“ ein, die anschließend unter Berücksichtigung der aktuellen Therapieleitlinien diskutiert werden. Dabei wird auch eine veränderte hausinterne Leistungsverrechnung und deren mögliche Weiterentwicklung dargelegt. Insgesamt geht die Umstellung auf das „Track-Konzept“ mit einer Vielzahl praktischer Veränderungen einher. Das Ziel ist eine bessere Verzahnung der Behandlungssettings in allen Stadien einer psychischen Erkrankung und bessere Orientierung für Patienten und Angehörige.

Abstract

Modern psychiatry needs to implement novel mental health care systems in order to address recent developments in diagnostics and treatment of psychiatric patients. In this context, it is necessary to take into account recent ethical and certain legal aspects which explicitly seek to reduce coercive treatment. The so-called „track-unit“ is a promising strategy in order to achieve these goals. The „track-unit“ seeks to enhance and improve patients’ autonomy, setting-overlapping team continuity, compliance and adherence to treatment as well as to reduce time of patients in hospital as inpatients by more flexible intervention. Although there are many interfaces between normal wards and the „track-unit“, implementation into daily routine should be done gradually. The first part of this paper will focus on required changes taking as an example the Department of Psychiatry and Psychotherapy at the Central Institute of Mental Health in Mannheim. In the second part, we will describe corresponding helpful constructional measures. In part three, we will discuss the socio-economic aspects and benefits of „track-units“. In conclusion, the implementation of „track-units“ in a German psychiatric department is a personnel and economic endeavor to improve the link and coordination between diagnostics and treatment throughout all stages of mental illness.

* Diese Autoren trugen in gleicher Weise zu dieser Arbeit bei.