Zahnmedizin up2date 2020; 14(03): 239-252
DOI: 10.1055/a-0740-2451
Prothetik

Die Versorgung von Lückengebisssituationen durch Verbundbrücken

Sebastian Quaas
,
Thomas Martin
,
Ralph Luthardt

Verbund- oder Hybridbrücken stellen ein kontrovers diskutiertes restauratives Versorgungskonzept dar. Für den Patienten steht oft der Wunsch nach einer festsitzenden Versorgung mit geringem operativen und finanziellen Aufwand im Vordergrund. Doch darf man überhaupt natürliche Zähne mit Implantaten verbinden? Oder führt dies möglicherweise zu riskanten verblockten Konstruktionen? Der Beitrag bietet eine Literaturübersicht und praktische Hinweise.

Kernaussagen
  • Als Verbundbrücken werden festsitzende bzw. bedingt abnehmbare Zahnersatzkonstruktionen bezeichnet, die zumindest einen Zahn und mindestens ein Implantat verbinden.

  • Natürliche Pfeiler und Implantate können rigide oder nonrigide verbunden sein. Eine nonrigide Verbindung zwischen natürlichem Zahn und Implantat lässt Bewegungen zwischen beiden Pfeilern in unterschiedlichem Umfang zu.

  • Aus biomechanischer Sicht sind Zähne und Implantate bei funktioneller Belastung bezüglich ihrer Resilienz als gleichwertig einzustufen.

  • Sieben systematischen Übersichtsarbeiten stehen zwei randomisierte klinische Studien gegenüber, von denen allerdings nur eine Studie Verbundbrücken mit rein implantatgetragenen Versorgungen vergleicht.

  • Die Anzahl systematischer Übersichtsarbeiten suggeriert eine ausreichende Anzahl von Primärstudien. Dies darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die klinische Datenlage spärlich ist.

  • Die wenigen Studien, die es zu Verbundbrücken gibt, zeigen durchaus gute klinische Ergebnisse. Dabei wurden dreigliedrige Restaurationen mit einem Implantat und einem natürlichen Pfeiler betrachtet.

  • Aktuellen Reviews zufolge gibt es eine geringgradige Evidenz für die rigide Verblockung. Das Hauptproblem bei nonrigider Verblockung ist die Intrusion der Pfeilerzähne.

  • Eigene Untersuchungen zeigen derzeit kein erhöhtes Verlustrisiko für Implantate bei Verbundbrücken.

  • Der einbezogene Pfeiler sollte vital und ohne Lockerungsgrad sein.



Publication History

Publication Date:
16 July 2020 (online)

Georg Thieme Verlag KG
Stuttgart · New York