Aktuel Ernahrungsmed 2019; 44(01): 46-57
DOI: 10.1055/a-0718-4433
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Dysphagie – von der Pathophysiologie zur Therapie

Dysphagia – from Pathophysiology to Treatment
Rainer Wirth
,
Rainer Dziewas

Subject Editor: Wissenschaftlich verantwortlich gemäß Zertifizierungsbestimmungen für diesen Beitrag ist Prof. Dr. med. Christian Löser, Kassel.
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Publication Date:
19 February 2019 (online)

Schluckstörungen können vielfältige Ursachen haben und die unterschiedlichsten Symptome hervorrufen: Bei ösophagealer Dysphagie kommt es zu Regurgitation, Erbrechen, Schmerzen und Fremdkörpergefühl im Bereich des Ösophagus. Die oropharyngeale Dysphagie ist charakterisiert durch Husten, Räuspern und Atemwegsaffektionen. Neben der diagnostischen Abklärung und spezifischen Therapie sollte immer eine ernährungsmedizinische Unterstützung erfolgen.

Abstract

More than 5 million persons in Germany suffer from swallowing disorders (dysphagia), predominantly oropharyngeal dysphagia. Due to the demographic changes in our population, the prevalence rates are expected to increase. Multiple conditions may be the cause of dysphagia and dysphagia may lead to various symptoms. Esophageal dysphagia is predominantly accompanied by regurgitation, vomiting, pain and foreign body sensation in the esophageal region. Oropharyngeal dysphagia is characterized by cough, hawking and airway disease. In some patients with oropharyngeal dysphagia, symptoms may be completely absent or are not attributed to dysphagia. Both forms of dysphagia are regularly accompanied by difficulties with nutritional intake and consecutive malnutrition. Therefore, the diagnostic and therapy of dysphagia should always be accompanied by nutritional support.

Kernaussagen
  • Oropharyngeale Dysphagie ist bei neurologischen und geriatrischen Patienten sehr häufig und wird gegenwärtig jedoch noch unzureichend diagnostiziert und therapiert.

  • Ein Screening mit einem standardisierten Wasserschlucktest sollte bei jeglichem Dysphagieverdacht und in Risikogruppen routinemäßig durchgeführt werden.

  • Ist eine weitere Abklärung notwendig. So sollte dies vorzugsweise endoskopisch mittels FEES erfolgen.

  • Die zahlreichen therapeutischen Verfahren sind die Domäne der logopädischen Therapie.

  • Mit der Therapie muss jedoch auch eine bedarfsdeckende Ernährung, einschließlich einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr, die gleichzeitig das Aspirationsrisiko reduziert, sichergestellt werden.

  • Bei dem Schutz vor Aspirationen spielt die Konsistenzmodifikation der Nahrung eine ganz wesentliche Rolle.