OP-JOURNAL 2019; 34(02): 163-170
DOI: 10.1055/a-0718-4320
Fachwissen
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Luxationen und Luxationsfrakturen des Kniegelenks

Tobias Claus Drenck
,
Maximilian Heitmann
,
Ralph Akoto
,
Achim Preiss
,
Jannik Frings
,
Matthias Krause
,
Karl-Heinz Frosch
Further Information

Publication History

Publication Date:
15 January 2019 (eFirst)

Zusammenfassung

Kniegelenkluxationen und -luxationsfrakturen sind selten. Die Komplexität des Kniegelenks sowie die Nähe zu Nerven und Gefäßen können zu einer Vielzahl von Komplikationen und Begleitverletzungen führen. Häufig sind Kniegelenkluxationen Folge eines Hochrasanztraumas. Die Verletzung kann jedoch auch bei geringerer Krafteinwirkung beobachtet werden, in diesem Fall scheint ein hoher BMI ein Risiko darzustellen. Initial liegt der Fokus auf der Diagnostik, der entsprechenden Ruhigstellung und der Therapie von Gefäß- und Nervenverletzungen sowie von Weichteilschäden. Kniegelenkluxationen können primär mittels augmentierter Bandnähte versorgt werden. Alternativ bietet sich die Möglichkeit eines zweizeitigen Vorgehens: Zunächst erfolgt die Naht der Kollateralbänder und anschließend die Versorgung der Kreuzbänder mittels Bandplastik. Bei zeitgleichem Vorliegen einer Fraktur liegt der Fokus meist zunächst auf der Frakturversorgung, eine zeitgleiche Bandnaht ist möglich. Bei optimaler Versorgung können in 80% der Fälle gute bis sehr gute Ergebnisse erzielt werden.

Abstract

Knee dislocation and combined luxation with tibia plateau fractures are rare. The complexity of the joint and anatomic relation to neurovascular structures can cause severe complications. The injury is often seen as a high energy trauma, but can also be related to a high BMI with low impact. Initial treatment is focused on diagnostic and the treatment of neurovascular and soft tissue injuries. The treatment of the ligamentous injurie could be performed with primary augmented sutures of the ligaments. Alternatively primary sutures of the collateral ligaments is followed by a graft replacement of the cruciate ligaments in a second operation. In case of a concomitant tibia plateau fracture the focus lies on the reconstruction of the joint and is followed by ligamentous repair. Good and very good results are achievable in 80%.